Immobilienrecht

AG Kiel: Mieter muss hohle Wandfliesen nicht dulden

Das Amtsgericht Kiel hat mit Urteil entschieden, dass der Mieter hohle Wandfliesen nicht dulden muss und der Vermieter grundsätzlich dazu verpflichtet ist, diese so befestigen, dass sie fest an der Wand haften und die Montage von handelsüblichen Badezimmerutensilien ermöglichen (AG Kiel, Urt. v. 08.05.2013, 113 C 344/12).

Mieter muss hohle Wandfliesen nicht dulden © ferkelraggae-Fotolia

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Mieter stellt hohle Wandfliesen fest

Die Mieterin hatte im Badezimmer ihrer Wohnung festgestellt, dass nahezu alle Fliesen im Badezimmer an allen vier Wänden nur noch durch die Verfugung gehalten wurde. Ihre Wohnung befand sich in einer nicht allzu alten Wohnanlage. Aufgrund der „hohlen Wandfliesen“ sah sie sich gehindert, handelsübliche Badezimmerutensilien und Kleinmöbel an der Badezimmerwand zu befestigen. Die Mieterin begehrte daher beim Vermieter die Beseitigung dieses mangelhaften Zustandes. Da die Vermieterin jedoch dem Instandsetzungsverlangen der Mieterin nicht nachkam, erhob diese Klage.

AG Kiel: Mit hohlen Wandfliesen muss nicht gerechnet werden

Das Gericht gab dem Anspruch der Mieterin statt. Die Richter sind dabei zu der Auffassung gelangt, dass in einer vergleichsweise neuen Wohnanlage nicht mit derartigen Mängeln gerechnet werden müsse. Der Klägerin sei es auch nicht zuzumuten, Badezimmermöbel anzuschaffen, die nicht an der Wand befestigt werden müssten.

Die antragsgemäße Verurteilung der Vermieterin zur fachgerechten Befestigung der Fliesen läuft im Ergebnis auf eine Neuverfliesung des Badezimmers hinaus.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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