Gewinn- und Glückspielrecht

Teilnahme an ausländischem Online-Glücksspiel Black Jack ist strafbar

Wer bei einem ausländischen Anbieter, der über keine deutsche Lizenz verfügt online Black Jack spielt, macht sich wegen Beteiligung an einem unerlaubten Glücksspiel strafbar (§ 285 Strafgesetzbuch). Dies entschied das Amtsgericht (AG) München durch Urteil (Urt. v. 26.09.2014 – Az.: 1115 Cs 254 Js 176411/13).

 Teilnahme an ausländischem Online-Glücksspiel Black Jack ist strafbar ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Teilnahme an ausländischem Online-Glücksspiel Black Jack ist strafbar ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Glücksspielanbieter weist auf unerlaubtes Glücksspiel in einigen Ländern hin

Der Angeklagte aus München hatte im Sommer 2011 im Internet Black Jack bei einem in Gibraltar ansässigen Glückspielanbieters gespielt und dabei insgesamt rund 200.000,00 Euro gewonnen. Das Internet-Kasino des Glückspielanbieters aus Gibraltar hatte in Deutschland jedoch keine behördliche Erlaubnis zur Veranstaltung des Glückspiels. Der Glücksspielanbieter hatte in seinen Nutzungsbedingungen darauf hingewiesen, dass das Spiel in einigen Ländern verboten ist. Trotzdem nahm der Angeklagte an dem Glücksspiel teil. Die Teilnehmer sollten selbst prüfen, welche Gesetze für sie gelten.

Erkundigungspflicht des Glücksspielteilnehmers wegen der Nutzungsbedingungen

Das AG München verurteilte den 25-jährigen deshalb wegen Verstoßes gegen § 285 StGB zu einer Geldstrafe von 2.100,00 Euro. Zudem wurde der bei dem Mann sichergestellte Gewinn in Höhe von 63.490,00 Euro eingezogen. Das Gericht hielt fest, dass zwar dem Angeklagten selbst keine Erkundigungspflicht traf, spätestens jedoch mit Kenntnisnahme der Nutzungsbedingungen und dem entsprechenden Hinweis, ihm jedoch obliegt hätte, nähere Erkundigungen einzuziehen. Durch einfachste Recherche im Internet wäre ihm die Strafbarkeit des Online-Glücksspiels Black Jack deutlich vor Augen geführt worden.

Nicht nur, dass der Angeklagte zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt wurde, ihm wurde auch das gewonnen Geld eingezogen. Hierbei gilt das sogenannte “Bruttoprinzip“, d. h. die Einsätze sind vom Gewinn nicht abzuziehen. Vielmehr kann das gesamte aus dem Glücksspiel herrührende Geld für verfallen erklärt werden.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

RSSKommentare (1)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×