Webvideos

Das Aufnehmen und Online-Stellen von Webvideos erfreut sich mittlerweile immer größerer Beliebtheit. Vor allem Videoportale wie YouTube und die Funktion des Einbettens von Videos bei Facebook bieten die Möglichkeit, einen großen Kreis von Empfängern zu erreichen, und machen das Webvideo als Medium immer populärer.

Die Veröffentlichung von Videos im Internet birgt jedoch auch einige Fallstricke für diejenigen, die diese Videos hochladen. Um sich hierbei nicht unnötig Haftungsrisiken auszusetzen, sollte man folgende Punkte beachten:

1. Urheberechtlich geschütztes Material

Zunächst sollte darauf geachtet werden, dass jegliches urheberrechtlich geschützte Material nur verwendet werden darf, wenn hierfür vom Inhaber der Rechte eine Erlaubnis vorliegt. Besonders gerne werden eigene Videos mit entsprechender Hintergrundmusik versehen, doch auch bei solchen, eher begleitenden Verwendungen von fremden Inhalten muss bedacht werden, dass die Verwertungsrechte an den Musikstücken meist bei den Künstlern oder deren Produzenten/Plattenfirmen liegen, und eine nicht-lizensierte Verwendung zu einer Abmahnung sowie zu Schadenersatzansprüchen führen kann.

Auch bei der Nutzung von Creative-Commons-Inhalten sollte man vorsichtig sein. In den meisten Fällen ist die Nutzung nur gestattet, wenn gewisse Voraussetzungen, beispielsweise die Namensnennung des Rechteinhabers, erfüllt werden. Viele der Creative-Commons-Inhalte sind zudem nicht für die kommerzielle Nutzung freigegeben. Hier sollte besonders aufpassen, wer durch geschaltete Werbung neben den Videos Geld verdient. Denn auch dies stellt eine kommerzielle Nutzung des Inhalts dar.

2. Schleichwerbung

Werbung ist auch innerhalb des veröffentlichten Videos ein Stichwort. Schleichwerbung ist auch in Webvideos verboten, Werbung muss als solche immer klar erkennbar und vom übrigen Inhalt eindeutig getrennt sein. Je nach Inhalt des Videos können bei unzulässiger Werbung auch wettbewerbsrechtliche Sanktionen drohen (z.B. im Falle unlauterer vergleichender Werbung).

 3. Markenrecht

Den Bereich des Kennzeichenrechts sollte der umsichtige Webvideo-Macher ebenfalls nicht ausblenden. Der Inhaber einer Marke hat das ausschließliche Recht, seine Marke zu benutzen, und kann sich wehren, wenn seine Marke oder ein ähnliches Zeichen mit Verwechslungsgefahr im geschäftlichen Verkehr genutzt wird. Zu beachten ist, dass bereits bestimmte Formulierungen als Marke geschützt sein können. In der Vergangenheit gab es bereits Abmahnungen wegen der Verwendung des Spruches „Nichts reimt sich auf Uschi“.

4. Persönlichkeitsrecht

Oft treten Personen in Webvideos auf. Deren Persönlichkeitsrechte gilt es stets dringend zu klären, da ansonsten Unterlassungsansprüche oder in schweren Fällen sogar Geldentschädigungsverpflichtungen drohen. Jede Person hat nach dem Kunsturhebergesetz ein Recht am eigenen Bild, weshalb ihr Bildnis nicht ohne ihre Einwilligung veröffentlicht werden darf. Das Erfordernis der Einwilligung gilt insbesondere bei klar und deutlich erkennbar abgebildeten Personen. Im Einzelfall ist abzuklären, ob je nach Darstellung (etwa einer Person lediglich als „Beiwerk“) ausnahmsweise eine Einwilligung entbehrlich sein kann.

 5. Impressumspflicht

Geht es an die Veröffentlichung des Videos, sind auch formale Vorgaben zu beachten. Sollen die eigenen Videos auf einer eigenen Homepage veröffentlicht werden, ist bei dieser insbesondere die Impressumspflicht einzuhalten.

 6. Nutzungsbedingungen

Nutzt der Webvideo-Macher zur Veröffentlichung seiner Videos eine Videoplattform, muss er sich mit deren Nutzungsbedingungen vertraut machen. Zumeist ist in diesen die Übertragung vieler Nutzungsrechte auf den Plattformbetreiber geregelt. YouTube lässt sich beispielsweise eine weltweite, nicht-exklusive und gebührenfreie Lizenz u.a. zur Nutzung der geposteten Videos übertragen. Dies ist besonders problematisch in Fällen, in denen der Webvideo-Macher nur eine Lizenz an Inhalten erworben hat, die eine Unterlizensierung verbietet.

7. Noch Telemedium oder schon Rundfunk?

Neben inhaltlichen Aspekten muss sich der Webvideo-Macher stets grundlegend fragen: Betreibe ich mit meinen Webvideos eigentlich schon Rundfunk? In dem Fall braucht er nämlich eine Rundfunkzulassung!

Zur Abgrenzung von Telemedium und zulassungspflichtigem Rundfunk können folgende Kriterien eine erste Orientierung geben: lineare Verbreitung oder Angebote auf Abruf, Anzahl der potentiellen Empfänger, journalistisch-redaktionelle Gestaltung. Im Fall der professionellen „YouTuber“ kann eine klare Einordnung schwierig sein.


Die Erstellung und Veröffentlichung von Webvideos stellt also auch in rechtlicher Hinsicht einige Herausforderungen, die aber mit sorgfältiger Prüfung durchaus zu meistern sind. Gerne beraten wir Sie zu dem Thema umfassend, prüfen Ihre bereits erstellten Videos oder begleiten Sie von der Erstellung bis zur Veröffentlichung.

Unser Expertenteam um Rechtsanwältin Rafaela Wilde steht Ihnen unter der Rufnummer 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) gerne für eine erste Einschätzung zur Verfügung.


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Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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