E-Commerce

LG Aurich: Vorzeitiger Abbruch von eBay-Auktion – Käufer steht kein Schadensersatz zu

Muss ein eBay-Verkäufer beim Abbruch einer eBay-Auktion Schadensersatz zahlen? Dies hat jetzt das LG Aurich mit einer fragwürdigen Begründung verneint.

 Vorzeitiger Abbruch von eBay-Auktion ©-cirquedesprit-Fotolia

Vorzeitiger Abbruch von eBay-Auktion ©-cirquedesprit-Fotolia

Ein eBay-Nutzer stellte einen Schlepper im Rahmen einer Auktion zum Verkauf ein. Doch kurze Zeit später brach er die eBay-Auktion vorzeitig ab. Darüber war der zu diesem Zeitpunkt meistbietende Käufer sauer und machte gegen den eBay-Verkäufer einen Anspruch auf Schadensersatz in Höhe von über 17.000 Euro geltend. Doch der Käufer wollte nicht zahlen. Er verwies darauf, dass ihm bei der Eingabe des Verkäufers ein Irrtum unterlaufen sei und er daher die eBay-Auktion vorzeitig abbrechen durfte. Er habe aus Versehen angegeben, dass er den Schlepper im Namen eines Dritten habe verkaufen wollen.

LG Aurich: Vorzeitiger Abbruch von eBay-Auktion erlaubt

Das Landgericht Aurich wies jedoch die Klage mit Urteil vom 03.02.2014 (Az. 2 O 565/13) ab. Die Richter vertreten die Auffassung, dass bereits kein Kaufvertrag zustande gekommen sei. Denn das Angebot zum Abschluss eines Kaufvertrages beziehe sich nur auf den Höchstbietenden zum Zeitpunkt der regulären Laufzeit für die Auktion, die hier 7 Tage betrug. Die vorläufige Beendigung sei lange vor diesem Zeitpunkt erfolgt. Aufgrund dessen stehe hier dem Bieter kein Schadensersatz zu. Die Klausel von § 10 eBay-AGB stehe dem nicht entgegen, weil diese hier aufgrund der unangemessenen Benachteiligung des Verkäufers gemäß § 307 Abs. 1 Satz 1BGB nicht anwendbar sei.

Entscheidung nicht mit BGH-Rechtsprechung vereinbar

Diese Entscheidung des Landgerichtes Aurich steht meiner Ansicht nach nicht mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes im Einklang, wonach der vorzeitige Abbruch einer eBay-Auktion nur in engen Ausnahmefällen – wie etwa einem Diebstahl es Artikels – zulässig ist. Ansonsten muss der eBay-Verkäufer damit rechnen, dass er Schadensersatz zahlen muss. Er sollte daher vorsichtig sein, weil diese Forderungen sehr hoch sein können.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (2)

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  1. Flu sagt:

    „Doch der Käufer wollte nicht zahlen.“??? Bitte mal den Text prüfen, das kommt wieder etwas konfus rüber.

  2. […] Entscheidung des Landgerichtes Aurich steht nach Ansicht des Rechtsanwaltes Christian Solmecke nicht mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes im Einklang, wonach der vorzeitige Abbruch […]

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