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Schlag gegen Betreiber von 19 Fake-Shops – Hohe Haftstrafe für 35-jährigen

Das LG München I hat einen Mann wegen des Betriebs von 19 online Fake-Shops zu 5 Jahren und 5 Monaten Haft verurteilt. Der aus München stammende Täter hatte mit seinen Fake-Shops einen Schaden von ingesamt 428.000 Euro angerichtet.

Fake-Shop – Fotolia.de ©-by-studio

Fake-Shops sind in den vergangenen Jahren zum großen Ärgernis für Verbraucher geworden, da Verbraucher oftmals seriöse Verkaufsplattformen nicht mehr von betrügerischen Fake-Shops unterscheiden können.

Nun gelang der Zentralstelle Cybercrime Bayern, die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg angegliedert ist, ein erwähnenswerter Coup. Der Zentralstelle Cybercrime und der Kriminalpolizeinspektion Ansbach ist es gelungen, nach intensiven und umfangreichen Ermittlungen im In- und Ausland und unter Mithilfe ausländischer Behörden einem 35-jährigen Fake-Shop-Betreiber das Handwerk zu legen. Seit seiner Festnahme in Spanien 2016 und der Auslieferung an die Bundesrepublik Deutschland saß der Mann bereits in Haft.

Fake-Shop-Betreiber zu hoher Haftstrafe verurteilt

Der Betrüger hatte über seine insgesamt 19 Fake-Shops in über 750 Fällen hochwertige Elektrogeräte angeboten und die allesamt per Vorkasse gezahlten Kaufpreise von den Kunden für sich vereinnahmt. Die Lieferung der kostspieligen Geräte blieb er hingegen, wie von ihm von vorneherein geplant, schuldig. Dem Betrüger gelang es auf diese Weise rund 428.000 Euro zu erbeuten.

Das Landgericht (LG) München I verurteilte den Täter nun wegen mehrfachen gewerbsmäßigen Betrugs nun zu 5 ½ Jahren Haft.

Fake-Shops von echten Online-Shops nicht zu unterscheiden

Die betrügerischen Shop-Angebote waren an Professionalität kaum zu überbieten. Die Shops wechselten regelmäßig die Domains, unter denen sie im Internet erreichbar waren. Bilder und Artikelbeschreibungen kopierte sich der Täter von den Seiten seriöser Online-Händler. Auch eine Telefonnummer für Kundenrückfragen wurde angeboten – diese führte in einem Fall zu einem extra angemieteten Online-Sekretariat. Die Web-Shops waren aggressiv über alle gängigen Internet- bzw. Preissuchmaschinenanbieter für den deutschsprachigen Raum, gelegentlich auch über ganzseitige Zeitungsannoncen, beworben worden. In einzelnen Fällen wurde auch – unter Einschaltung von Strohmännern – für reale Handelsregistereintragungen gesorgt.

Wegen der Betrugstaten zum Nachteil von ca. 750 Geschädigten, die um rund 428.000 EUR geprellt wurden, wurde der Angeklagte jetzt zu einer empfindlichen Freiheitsstrafe verurteilt. Einmal mehr musste ein Täter die Erfahrung machen, dass auch das Internet mit seinen vielfältigen Verschleierungsmöglichkeiten keinen Schutz vor Strafe bietet. Trotz seiner Bemühungen um Anonymisierung konnte der Angeklagte durch akribische Ermittlungsarbeit und eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit europäischen Partnern identifiziert werden.

Durch den Betrieb von „Fakeshops“ werden nicht nur die individuellen Kunden geschädigt. Da das Vertrauen in den Online-Handel insgesamt beeinträchtigt wird, stellen diese auch für die zahlreichen redlichen Online-Versandhändler ein erhebliches Problem dar.

So berichteten wir in der Vergangenheit bereits häufiger über die Gefahr von Fake-Shops im Internet. Unsere zahlreichen Beiträge hierzu finden sie als Link unter diesem Beitrag stehend.

tsp/nsa


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Locksmith sagt:

    428000€ erbeutet, das ist schon dreist! Dafür muss man sehr lange jeden Tag schuften! Und jetzt hat er 5,5 Jahre Urlaub auf Staatskosten…

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