E-Commerce

Passend zur Cybermonday Woche: Die wichtigsten Tipps für den sicheren Online Kauf!

Diese Woche finden sich bei Amazon und auf anderen Online Plattformen zur „Cybermonday Woche“, besonders viele verlockende Kaufangebote. Oft lohnt sich dabei auch der Vergleich mit Online Shops aus dem Ausland. Gerade in den USA werden besonders viele Schnäppchen angeboten. Für deutsche Kunden stellt sich dabei die Frage, ob die Angebote aus dem Ausland in Anspruch genommen werden können. Damit beim Kauf der fehlenden Weihnachtsgeschenke keine böse Überraschung entsteht, geben IT Anwalt Christian Solmecke und Fabian Spielberger, Gründer der 6Minutes Media GmbH die wichtigsten Tipps für einen sicheren Online-Kauf:

Tipp 1: Händler sorgfältig auswählen

Im Netz ist die Gefahr auf einen unseriösen Händler zu fallen viel größer als im Ladengeschäft. Verbraucher sollten daher immer darauf achten, wieviel Informationen der Händler auf seiner Website eigentlich preisgibt. Je mehr Informationen der Händler über seine Firma, seine Vertragsbedingungen und die Rechte der Käufer auf seiner Webseite preisgibt, desto eher wird man davon ausgehen müssen, dass es sich hier nicht um einen Betrüger handelt. Einen guten Hinweis bieten auch sogenannte Gütesiegel wie die von „Trusted Shops“. Nur Online-Shops, die bestimmte Qualitätskriterien erfüllen, dürfen dieses Siegel führen.

Tipp 2: Möglichst auf die Zahlung per Überweisung verzichten

Ist die Überweisung erst einmal erfolgt, kann sie in der Regel nicht mehr rückgängig gemacht werden. Daher ist die Zahlung per Rechnung, Lastschrift oder Kreditkarte definitiv zu bevorzugen. . Im Notfall kann der Verbraucher bei Problemen mit dem Händler sein Geld zurückholen. Bei einer Lastschrift kann der Abbuchung innerhalb von acht Wochen ohne Angabe von Gründen widersprochen werden. Auch bei der Zahlung per Kreditkarte hat man grundsätzlich die Möglichkeit die Beträge zurückbuchen zu lassen.

Bei Käufen auf ausländischen Plattformen ist eine Kreditkarte allerdings immer erforderlich, da andere Zahlungsmöglichkeiten nicht akzeptiert werden. Vorsicht ist auch bei den durch Amazon angebotenen Wechselkursen bei Bestellungen aus UK geboten – hier ist fast immer der Umrechnungskurs der Kreditkarte dem Umrechnungskurs, den Amazon bei Bezahlung in Euro anbietet, vorzuziehen.

Tipp 3: Online-Kauf nur auf gesicherten PC´s durchführen

Wer seine Einkäufe online tätigt, sollte immer auf die Nutzung sicherer Passwörter zu achten und seinen PC ausreichend vor Viren zu schützen, sodass Betrüger keinen Zugriff auf diese sensiblen Daten bekommen.

Tipp 4: Bei kleinen Online-Händlern auf die Widerrufsbestimmungen achten

Nach dem neuen Gesetz zum Online Handel, das seit dem 13.06.2014 gilt, übernimmt von nun an Verbraucher die Kosten für die Rücksendung, unabhängig vom Wert der Ware. Nur die großen Händler bieten ihren Kunden aus Wettbewerbsgründen noch die Möglichkeit der kostenlosen Rücksendung. Unabhängig vom Widerrufsrecht kann der Verbraucher jedoch selbstverständlich, wie beim Kauf im Ladengeschäft, bei mangelhafter Ware seine Gewährleistungsrechte in Anspruch nehmen.

Tipp 5: Bei Erhalt einer kaputten Ware nicht in Panik verfallen

Stellt sich beim Öffnen des Pakets heraus, dass die Ware beschädigt ist, wirkt sich dies nicht auf die Rechte des Verbrauchers aus. In so einem Fall wird gesetzlich vermutet, dass der Mangel von Anfang vorhanden war und der Verbraucher diese nicht zu verantworten hat. Er kann weiterhin unbeschadet von seinem Widerrufsrecht oder seinen Gewährleistungsansprüchen Gebrauch machen.

Tipp 6: Achtung bei Bestellungen aus dem Ausland

Manche Produkte aus dem Ausland können grundsätzlich nicht nach Deutschland geliefert werden. So sind beispielsweise MP3-Player aufgrund rechtlicher Bestimmungen, wie der Pauschalabgabe an die GEMA, nicht im Ausland bestellbar. Ähnliche Regelungen gelten für Drucker oder DVD-Player.

Besonders schwierig ist der Kauf von Produkten aus den USA. Der wirkliche Endpreis ist meist nicht von Start weg für den Kunden ersichtlich. Viele Produkte sind außerdem aufgrund von Lizenzbestimmungen der Hersteller vom Internationaler Versand ausgeschlossen. So haben Kleidungshersteller oft verschiedene Produktlinien, deren Versand ins Ausland den Shops nicht erlaubt ist.

Tipp 7: Besondere Vorsicht bei der Bestellung elektronischer Geräte

Zu Problemen kann es bei Bestellungen aus den USA auch häufig bei Elektrogeräten kommen – nicht alle Geräte sind in der Lage mit der in Deutschland höheren Spannung umzugehen oder es entstehen zusätzliche Kosten für passende Adapter.

Fazit: Verbraucher, die Wert auf die Auswahl des Händlers legen und bei der Bezahlung die wenigen Schutzmaßnahmen beachten, können ohne Bedenken ihre Einkäufe von der Couch aus erledigen und bei der Cybermonday Woche im In- und Ausland zuschlagen! Allerdings sollten Verbraucher im Hinterkopf behalten, dass gerade bei ausländischen Bestellungen die Widerrufskosten erheblich höher ausfallen.

Noch mehr rechtliche Tipps damit die Schnäppchenjagd nicht zum Fiasko wird, finden Sie hier: Cybermonday aus rechtlicher Sicht – 10 Fakten, die Sie beachten müssen

 

 

 

 

 

 

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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