E-Commerce

Online-Werbung mit Testergebnissen – Verlinkung ist ein Muss!

Das Oberlandesgericht Frankfurt (Urteil vom 24.03.2016, Az.: 6 U 182/14) hat entschieden, dass Online-Händler, die mit Testergebnissen werben, eine entsprechende Verlinkung zu den Testergebnissen bereit stellen müssen oder aber verpflichtet sind, die konkrete Fundstelle der Testergebnisse zu nennen.

Online-Werbung mit Testergebnissen – Verlinkung ist ein Muss!©-cirquedesprit-Fotolia

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Ein Online-Händler warb für seine Produkte mit den Testergebnissen von „Billig-Tarife.de“. Hierbei hatten die Internetnutzer weder durch Anklicken des Billig-Tarife-Emblems noch durch einen „Mouseover-Effekt“ die Möglichkeit, auf die Internet Seite von billigtarife.de zu gelangen.

Verlinkung oder Fundstellenangabe

Laut ständiger Rechtsprechung ist bei der Werbung mit Testergebnissen eine Fundstellenangabe erforderlich, um den Verbraucher in die Lage zu versetzen, eine informierte geschäftliche Entscheidung treffen zu können (vgl. BGH GRUR 2010, 248 – Kamerakauf im Internet). Wird Werbung im Internet geschaltet, dann kann die Fundstellenangabe ersetzt werden durch eine entsprechende Verlinkung.

Im vorliegenden Fall hatte der Online-Händler weder eine Fundstelle angegeben, noch eine Verlinkung zu den Testergebnissen auf der Seite „billigtarife.de“ eingefügt. Hierin sahen die Richter eine Irreführung nach § 5a UWG.

Fazit

Um teure Abmahnungen im Vorfeld zu verhindern, sollten Online-Händler ihre Homepage einer eingehenden rechtlichen Prüfung unterziehen. Wird mit Testergebnissen einer anderen Homepage geworben, sollte zwingend eine Verlinkung eingefügt werden. Alternativ ist auch eine Fundstellenangabe ausreichend. Fehlen beide Anforderungen, liegt jedenfalls eine Irreführung der Kunden vor.

Werden Verweise auf Testergebnisse lediglich aus einer Fundstelle ersichtlich, sollte die Fundstelle präzise und gut auffindbar sein. Gut auffindbar ist eine Fundstelle dann, wenn sie eine gewisse Schriftgröße aufweist. Dies entschied, wie wir bereits berichteten, der Bundesgerichtshof schon im Jahr 2009 (Az.: I ZR 50/07). (NS)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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