E-Commerce

Marketplace-Händler haftet für falsche UVP-Angabe von Amazon

Amazon Händler die für den Vertrieb ihrer Produkte Marketplace nutzen müssen auch für unzutreffende UVP-Preise geradestehen, wenn Amazon selbst diese falsch angibt und sie die Angabe nicht korrigieren können. Dies hat das OLG Köln klargestellt.

 

 Marketplace-Händler haftet für falsche UVP-Angabe von Amazon© IckeT - Fotolia

Marketplace-Händler haftet für falsche UVP-Angabe von Amazon© IckeT – Fotolia

Ein Online-Händler hatte auf der Internetplattform Marketplace ein Angebot für das Uhrenmodell „Casio Collection Herren-Armbanduhr Solar-Kollektion Digital Quarz AL-190WD-1AVEF“ zum Preis von 19,90 Euro eingestellt. Im Folgenden wurde er von einem anderen Uhren-Händler abgemahnt. Ihm wurde vorgeworfen, dass der durchgestrichene UVP-Preis von 39,90 Euro zum Zeitpunkt des Angebotes überhaupt nicht bestanden habe. Wegen der damit verbundenen Irreführung habe er wettbewerbswidrig gehandelt.

Hiermit war der abgemahnte Marketplace-Händler nicht einverstanden. Er verwies darauf, dass ihm aufgrund der fehlenden Einflussmöglichkeit auf diese Angabe nicht wettbewerbswidrig gehandelt habe.

Das Oberlandesgericht Köln sah das jedoch anders. Es entschied mit Urteil vom 24.04.2015 (Az. 6 U 175/14), dass der abgemahnte Shopbetreiber für die falsche Angabe des UVP-Preises haftet und daher auch für die Abmahnkosten aufkommen muss.

Unzutreffende UVP stellt Irreführung dar

Hierzu stellte das Gericht zunächst einmal fest, dass die Bezugnahme auf eine unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers eine Irreführung darstellt, wenn diese zum Zeitpunkt der Werbung nicht mehr gültig ist. Etwas anderes gilt nur dann, wenn er Online-Händler darauf hingewiesen hat. Dies hat er jedoch hier nicht getan.

Händler muss sich falsche Angaben von Amazon bei Marketplace zurechnen lassen

Einer Haftung steht hier nicht entgegen, dass die Angabe der UVP von Amazon selbst erfolgt ist. Der Online-Händler muss sich hier den Fehler von Amazon trotz mangelnder Einflussnahme zurechnen lassen. Er hat gleichwohl eine Kontrollpflicht hinsichtlich der Angaben in seinem Angebot, die ohne großen Aufwand über die Preislisten der Hersteller möglich ist. Er konnte jedoch nicht einmal nachweisen, dass er sich mit Amazon in Verbindung gesetzt hat, um auf eine Änderung zu drängen.

Fazit: Abmahnungen drohen

Dass Online-Händler für unzutreffende Angaben von Amazon bei Marketplace haftet, haben bereits mehrere Gerichte entschieden. Aufgrund dessen sollten sie aufpassen und ihre Angaben genau prüfen. Denn es besteht ein hohes Abmahnrisiko Wenn es nicht stimmt, sollte Amazon sofort konsultiert werden. Wenn Amazon dies ignoriert, sollten die notwendigen Konsequenzen gezogen werden. Im Falle einer Abmahnung sollten sie sich beraten lassen. Eventuell kommen Regressansprüche gegen Amazon in Betracht.(HAB)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Buddy sagt:

    ALLE KRANK IM KOPF!!! Mehr kann man zu so einem geisteskranken Urteil nicht mehr sagen.

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