E-Commerce

Marketplace: Händler haften für Wettbewerbsverletzung von Amazon in Produktbeschreibung

Händler die über Marketplace ihre Angebote veröffentlichen sollten darauf achten, dass Amazon dabei nicht aus Versehen in der Produktbeschreibung eine unzutreffende Angabe beispielsweise über die unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers (UVP) macht. Denn ansonsten müssen sie damit rechnen, dass sie für die dadurch begangene Wettbewerbsverletzung von Amazon haften. Dies ergibt sich aus einer aktuellen Entscheidung des OLG Köln.

Marketplace: Händler haften für Wettbewerbsverletzung von Amazon in Produktbeschreibung  © IckeT - Fotolia

Marketplace: Händler haften für Wettbewerbsverletzung von Amazon in Produktbeschreibung © IckeT – Fotolia

Im aktuellen Fall stand in seinem Angebot bei Amazon-Marketplace ein durchgestrichener veralteter Preis in Höhe von 330,00 Euro als unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers angegeben. Daneben stand der günstigere Preis des Händlers angegeben. Diese angegebene UVP war allerdings erheblich höher als die aktuelle UVP von lediglich 279,00 Euro.

Als der Marketplace-Händler deshalb eine Abmahnung von einem Konkurrenten erhielt, wehrte er sich gegen den Vorwurf der Wettbewerbsverletzung. Der Händler berief sich darauf, dass er für diese unzutreffende Angabe in der Produktbeschreibung nichts kann, weil Amazon die veraltete UVP selbstständig in die Produktbeschreibung eingetragen hat. Als das LG Köln daraufhin eine einstweilige Verfügung erließ, legte der Händler hiergegen Berufung ein.

Marketplace-Händler ist für rechtswidrige Eintragungen von Amazon verantwortlich

Das Oberlandesgericht Köln verwies jedoch mit Hinweisbeschluss vom 23.09.2014 (Az. 6 U 115/14) darauf, dass es die gleiche Ansicht wie das Landgericht Köln als Vorinstanz vertritt. Er müsse sich die Wettbewerbsverletzung durch Amazon in Form der durchgestrichenen alten UVP zurechnen lassen. Der Händler sei gleichwohl für den Inhalt seiner Angebote bei Marketplace verantwortlich.

Händler sollten Produktbeschreibung genau prüfen: Sonst Abmahngefahr

Marketplace Händler sollten daher die angezeigte Produktbeschreibung bei Amazon sorgfältig überprüfen. Dis gilt übrigens auch auf anderen Online – Marktplätze wie eBay oder DaWanda. Wenn Sie als Verkäufer wegen einer falschen Angabe durch Amazon etc. abgemahnt werden, können sie diese Plattform eventuell in Regress nehmen. Das setzt allerdings auch, dass Amazon wirklich schuldhaft gehandelt hat und der Händler dies beweisen kann. Dies sollten abgemahnte Händler durch einen Rechtsanwalt überprüfen lassen, weil es für die Beurteilung auf die Umstände des jeweiligen Einzelfalles ankommt.

Volltext der Entscheidung des OLG Köln (Az. 6 U 115/14)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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