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Kurios – Amazon-AGB und die Bekämpfung von Zombies

Kurios – Der Internet-Händler Amazon hat die eigenen Lizenzbestimmungen für Amazon-Dienste erweitert. Die Spiele-Entwicklungssoftware Lumberyard darf nicht im Umfeld von sicherheitskritischen System wie Atomkraftwerken oder Raumschiffen eingesetzt werden. Im Falle einer Zombie-Apokalypse macht Amazon jedoch eine überraschende Ausnahme: Greifen Zombies die Erde an, darf die Spiele-Engine Lumberyard ausnahmsweise auch in sicherheitskritischen Systemen genutzt werden.

Kurios - Amazon-AGB und die Bekämpfung von Zombies ©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

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Entwicklungssoftware Lumberyard vorgestellt

Der Internet-Händler Amazon hat Anfang Februar eine eigene Entwicklungssoftware für Spiele vorgestellt. Lumberyard soll die kostengünstige Entwicklung von Spielen für Computer, Konsolen und Mobilgeräte ermöglichen. Die Entwicklungssoftware darf von Spieleentwicklern kostenlos genutzt werden.

Amazon erwartet kostenpflichtige Nutzung weiterer Amazon-Angebote

Amazon ermöglicht die kostenfreie Nutzung der Entwicklungssoftware und verknüpft die Spiele-Engine mit weiteren Amazon-Diensten. Üblicherweise müssen Spieleentwickler hohe Lizenzzahlungen zur Nutzung etablierter Entwicklungssoftware entrichten. Vor allem kleinere Spieleentwickler können sich diese Kosten zukünftig sparen und eigene Projekte günstiger realisieren. Wirtschaftlich partizipieren möchte Amazon dann an der kostenpflichtigen Nutzung weiterer Amazon-Dienste nach der Programmierung eines Spiels. So ist in den Lizenzbestimmungen geregelt, dass Spieleentwickler zum Beispiel keine kostenpflichtigen Server-Angebote von Konkurrenten wie Google oder Microsoft nutzen dürfen. Benötigen Spieleentwickler größere Serverkapazitäten, müssen diese direkt bei Amazon gemietet werden.

Kuriose Klausel in den Lizenzbestimmungen

Allgemeine Geschäftsbedingungen und Lizenzbestimmungen sind oftmals lang und umständlich formuliert. In den US-Lizenzbestimmungen zur Nutzung von Lumberyard hat Amazon unter anderem geregelt, dass die Software nicht zur Nutzung in lebenswichtigen oder sicherheitskritischen Systemen gedacht sei. Vor allem in automatischen Transportsystemen Flugzeugen oder bemannten Raumschiffen darf das Programm daher nicht genutzt werden. Dann jedoch folgt eine kuriose Vertragsklausel:

„However, this restriction will not apply in the event of the occurrence (certifiedbythe United States Centers forDisease Control orsuccessorbody) of a widespread viral infection transmitted via bites or contact with bodily fluids that causes human corpses or reanimate and seek to consume living human flesh, blood, brain or nerve tissue and is likely to result in the fall of organized civilization.“

Amazon legt in der Klausel fest, dass die Beschränkungen zur Nutzung der Software nicht im Falle einer Zombie-Apokalypse gelten. Greifen also Zombies die Erde an, wird sich das Unternehmen nicht weiter daran stören, dass die Software auch zur Steuerung von Raumschiffen oder Flugzeugen genutzt wird. Programmierer können sich also rüsten, um für den Fall der Fälle entsprechend gewappnet zu sein. Die Firma selbst hat sich bisher nicht weiter geäußert. (NIH)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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