E-Commerce

Hotelportal HRS von Bundeskartellamt erneut abgemahnt

Laut Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt beschränkt die Preisgarantie des Portals HRS den freien Wettbewerb.

 

Hotelportal HRS von Bundeskartellamt   © MS-Fotodesign-Fotolia

Hotelportal HRS von Bundeskartellamt © MS-Fotodesign-Fotolia

 

Das System der Best-Preis-Garantie

Für den Verbraucher scheint die „Best-Preis-Klausel“ zunächst nur Vorteile zu bringen, da sie langes Suchen im Netz erspart. Bucht man auf einer Hotelplattform mit Preisgarantie ein Hotelzimmer kann man sich sicher sein, dass das gleiche Zimmer nirgends günstiger angeboten wird. Dies ist möglich, da sich die mit dem Portal verbundenen Hotels zuvor verpflichtet haben, stets den günstigsten Preis anzubieten. Ein ähnliches System verfolgt der Plattformbetreiber Amazon für Internetkäufe von Waren. Best-Preis-Klauseln sind im Online-Geschäft äußerst beliebt. Und auf den ersten Blick scheinen hiervon auch die Verbraucher zu profitieren.

Bundeskartellamt: Best-Preis-Garantie beschränkt freien Wettbewerb

Auf wenig Gegenliebe stößt das Modell von HRS dagegen beim Bundeskartellamt. In Wirklichkeit behindere die Bestpreisklausel den Wettbewerb der bestehenden Portale um bessere Angebote. Letztlich habe der Verbraucher das Nachsehen. Auch die Konkurrenz zwischen den Hotels werde eingeschränkt, wenn sie ihre Preise nicht mehr flexibel anpassen könnten, so Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Das Bundeskartellamt hat das in Köln ansässige Unternehmen HRS, welches Marktführer im Bereich Online-Hotelbuchung ist, nun schon zum zweiten Mal abgemahnt und dazu aufgefordert das System der Vertragsbindung zu ändern. Auch die durch das Konkurrenz-Unternehmen Just-Book, ein Online-Anbieter von Last-Minute-Angeboten, durchgesetzte einstweilige Verfügung spreche für die Annahme, dass die Best-Preis-Garantie nicht zulässig sei.

HRS: Verbraucher profitieren von System

HRS zeigte sich von den Maßnahmen des Bundeskartellamts jedoch vorerst unbeeindruckt. Laut Unternehmenschef Tobias Ragge diene die Best-Preis-Garantie in erster Linie den Verbrauchern und der Minimierung ihrer Suchkosten. Darüber hinaus hätten die meisten Hotels keine Vorbehalte gegenüber der Klausel. HRS will zwar in Zukunft darauf verzichten, die Preis-Garantie gegenüber den teilnehmenden Hotels durchzusetzen, eine dauerhafte Änderung der Geschäftsbedingungen lehnt das Unternehmen aber weiter ab. Best-Preis-Garantien seien internationaler Branchenstandard, argumentiert Ragge. Adäquat sei daher nur eine internationale Gesamtlösung.

Kilian Kost ist seit 2009 Rechtsanwalt der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt im Internet- und Wettbewerbsrecht. Seit 2013 ist er zudem Fachanwalt für den gewerblichen Rechtsschutz.

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