E-Commerce

Erpresst Amazon Buchverlage in Deutschland?

Amazon hat als online- Versandhändler längst die Marktmacht erstritten. Durch schnelle Lieferung, ein breites Angebot und vor allem auch durch günstige Preise.
Bücher werden von den Kunden besonders gerne online gekauft. Wie es der Internet-Riese dabei schafft immer auch einen günstigen Preis anzubieten und trotzdem Gewinne steigern zu können, hat nun die F.A.Z herausgefunden.

 

Erpresst Amazon Buchverlage in Deutschland?©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

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Kein Rabatt – keine schnelle Lieferung

Nicht nur in Amerika drückt der Online-Versandhändler Buchverlagen massive Preisnachlässe auf, wie vor kurzen herausgekommen ist. Nein, auch auf dem deutschen Markt heißt es: Wer nicht mitmacht, dessen Bücher werden verzögert ausgeliefert.
Nach den Berichten der F.A.Z über einen amerikanischen Konflikt zwischen dem Internet-Versandhändler Amazon und dem Buchkonzern Hachette ist nun bekanntgeworden, dass es in Deutschland einen vergleichbaren Fall gibt, in dem Amazon eine Verkaufsbehinderung der Bücher eines Verlagskonzerns als Druckmittel gegen diesen einsetzt.
Amazon will Rabatte von auf bis zu fünfzig Prozent steigern
Amazon fordert von dem schwedischen Verlagskonzern Bonnier, zu dem bekannte deutsche Verlage wie Ullstein, Piper, Berlin und Carlsen gehören, weit höhere Rabatte bei der Belieferung mit E-Books als bisher. Seit Anfang Mai werden zahlreiche Titel von dem Konzern angehörenden Verlagen nur mit unbegründet langen Lieferfristen verkauft, obwohl die jeweiligen Titel problemlos vorrätig wären.

Amazon bestätigt Vorwürfe

Auf eine Anfrage von Bonnier bestätigt Amazon, dass diese Verzögerungen in Zusammenhang mit den laufenden Verhandlungen stehen, so die Ullstein-Verlegerin Siv Bublitz gegenüber der F.A.Z. Die bislang üblichen Rabatte von dreißig Prozent für E-Books reichen dem online Versandhändler wohl nicht mehr. Amazon will Rabatte bis zu fünfzig Prozent.

Aussicht

Es bleibt abzuwarten, wie die deutschen Buchverlage auf diese Handhabung Amazons reagiert. Es ist nicht auszuschließen, dass auch juristische Konsequenzen in Erwägung gezogen werden.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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