E-Commerce

eBay Verkäufer kann durch Scheingebote bei Auktion schadensersatzpflichtig werden

Wer als eBay Verkäufer mittels eines Fake-Accounts durch Scheingebote mitbietet um den Preis in die Höhe zu pushen, den kann das unter Umständen teuer zu stehen kommen. Dies ergibt sich aus einer neuen Entscheidung des Oberlandesgerichtes Stuttgart.

eBay Verkäufer kann durch Scheingebote bei Auktion schadensersatzpflichtig werden ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

eBay Verkäufer kann durch Scheingebote bei Auktion schadensersatzpflichtig werden ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

Vorliegend wolle ein eBay Verkäufer einen gebrauchten Golf gewinnbringend über die Plattform eBay verkaufen. Er stellte dort dieses Angebot zum Startpreis von einem Euro zum Verkauf ein. Damit das für ihn finanziell lukrativ wird, gab er von einem Zweitprofil unter Verwendung einer anonymisierten Abkürzung mehrere Scheingebote ab.

Als dies einer der möglichen Käufer erfuhr, verlangte er zunächst die Herausgabe des Wagens gegen die Zahlung vom Kaufpreis in Höhe von 1,50 Euro. Weil das wegen der Veräußerung an einen anderen Bieter nicht möglich war, trat der Käufer vom Vertrag zurück und machte Schadensersatz in Höhe von 16.500 Euro geltend. Er begründete dies damit, dass er sein Angebot vor den Preismanipulationen des eBay Verkäufers abgegeben habe.

eBay Verkäufer hat durch Scheingebote vorvertragliche Pflichten verletzt

Das Oberlandesgericht Stuttgart stellte mit Urteil vom 14.04.2015 (Az. 12 U 153/14) fest, dass bei derartigen Preismanipulationen durch Scheingebote von eBay-Verkäufern über einen Fake-Account normalerweise ein Anspruch auf Schadensersatz in Betracht kommt. Denn der Verkäufer hat durch sein Verhalten seine vorvertraglichen Pflichten gegenüber einem potentiellen Käufer verletzt.

eBay Käufer hat jedoch keinen Schaden erlitten

Allerdings hat er dadurch nach Ansicht der Richter keinen Schaden erlitten, so dass ein Anspruch auf Schadensersatz ausscheidet. Dies ergibt sich daraus, dass der Wert des Wagens unterhalb des fiktiven Kaufpreises in Höhe von 17.000 Euro lag.

Revisionsverfahren vor BGH anhängig

Dieses Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil derzeit in dieser Sache ein Revisionsverfahren vor dem Bundesgerichtshof anhängig ist. Dies läuft unter dem Aktenzeichen  VIII ZR 100/15.(HAB)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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