E-Commerce

E-Commerce Serie (Teil 1): Die Vorteile des Internethandels

In einer mehrteiligen Serie stellt Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kanzlei Wilde & Beuger unter dem Motto „Im Internet handeln, – aber sicher!“ die juristischen Hürden beim Handel im Netz dar. Im heutigen 1. Teil geht es um das Thema „Die Vorteile des Internethandels“. Der Internethandel hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. So sind inzwischen alle namhaften Unternehmen auch im Internet vertreten und ermöglichen ihren Kunden den Kauf von Waren über das Internet. Für Unternehmen hat der Internethandel viele Vorteile. Zunächst sind hier die wirtschaftlichen Einspatpotenziale zu nennen, da kein repräsentativer Verkaufsraum angemietet und unterhalten werden muss. Durch die unzähligen technischen Möglichkeiten können Arbeitsabläufe standardisiert und damit Ressourcen eingespart und besser verwendet werden. Die Effizienz der Bearbeitung von Warenverkäufen kann erheblich gesteigert werden. Darüber hinaus bietet der Internethandel auch die Möglichkeit zur Umsatzsteigerung, da durch den Verkauf von Waren über das Internet nicht nur regional sondern auch auf nationaler oder internationaler Ebene potenzielle Kunden angesprochen und erreicht werden können. Hierdurch können eine Vielzahl von Neukunden gewonnen werden und dies ohne großes Werbebudget. Allein schon durch den vergrößerten Kundenkreis lassen sich meist Umsatzsteigerungen realisieren.


Weiterhin bietet der Handel über das Internet den Unternehmen die Möglichkeit der Steigerung der Kundenzufriedenheit und kann zur Verbesserung des Firmenimages beitragen.

Die Sache richtig angehen: Wie und Wo verkaufe ich meine Waren am besten?

Es gibt viele Arten wie man seine Waren im Internet verkaufen kann. Um vor allem auch die wesentlichen und einschlägigen rechtlichen Vorschriften beim Handel über das Internet beachten zu können, sollte man sich zunächst darüber Gedanken machen, auf welche Art man seine Waren verkaufen möchte, also über einen eigenen Onlineshop oder über Verkaufs- oder Auktionsplattformen wie booklooker, ZVAB, Amazon, eBay etc. Auch ist es möglich ein Vertriebsystem mit mehreren Vertriebspartnern aufzubauen. Diese Entscheidung hängt maßgeblich von den gehandelten Waren, der Anzahl der Transaktionen und dem anzusprechenden Kundenkreis ab. So haben Verkaufs- und Auktionsplattformen eine sehr hohe Nutzerzahl und Bekanntheit und können so eine größtmögliche Anzahl an potenziellen Käufern anziehen. Doch gerade für exklusive und hochpreisige Waren kann es sinnvoller sein einen eigenen Onlineshop zu betreiben, der den potenziellen Kunden eine höhere Professionalität und Kompetenz des Verkäufers vermittelt.

Die Wahl des Kundenkreises

Ebenso sollte man sich zu Beginn mit der Frage auseinandersetzen, ob man den Kundenkreis beschränken möchte. Eine Beschränkung des Kundenkreises kann dahingehend stattfinden, dass man z.B. nur an andere Unternehmen (B2B) oder aber lediglich an private Verbraucher (B2C) seine Waren verkaufen möchte.

Entscheidet man sich nur an andere Unternehmen zu verkaufen, hat dies den klaren Vorteil, dass den Verkäufer weniger gesetzliche Informationspflichten treffen. So hat der Verkäufer nicht die erweiterten Verbraucherschutzvorschriften zu beachten. Auch die AGB für den Verkauf an andere Gewerbetreibende können stärkere Einschränkungen der Rechte des Käufers vorsehen, als das beim Verkauf an den Endverbraucher möglich ist.

Sollen die anzubietenden Waren dagegen nur oder auch an Verbraucher verkauft werden, treffen den Unternehmer umfangreiche Informationspflichten (Impressum, Datenschutz, Widerrufsbelehrung etc.) und besondere verbraucherschutzrechtliche Vorschriften sind einzuhalten.

Die Beschränkung des Kundenkreises auf Gewerbetreibende (B2B) erfordert vom Unternehmer allerdings, dass diese Beschränkung aus dem Internetangebot klar und deutlich hervorgeht. Der Internetauftritt darf keine Zweifel darüber aufkommen lassen, ob auch Verbraucher die angebotenen Waren kaufen können. Schließlich muss der Internethändler auch dafür Sorge tragen, dass tatsächlich die Waren nur an andere Gewerbetreibende versendet und verkauft werden. Dies ist am einfachsten zu kontrollieren indem sich Kunden im Vorfeld registrieren oder anmelden müssen um bei dem Unternehmen über das Internet Waren kaufen zu können und in diesem Zuge eine Kopie der Gewerbeanmeldung einreichen müssen.

Auch nächste Woche geht unsere Servicereihe „Im Internet handeln, – aber sicher!“ weiter. Das Thema der nächsten Freitagsausgabe lautet: Ab wann sind Online-Händler als Unternehmer einzustufen?

Sollten Sie noch weiterführende rechtliche Fragen haben und eine Einzelberatung wünschen, dann stehen Ihnen die Rechtsanwälte Christian Solmecke und Otto Freiherr Grote von der Kanzlei Wilde & Beuger gerne unter der Telefonnummer 0221 951 563 0 oder per E-Mail an info@wbs-law.de zur Verfügung.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)