E-Commerce

Bundeskartellamt sanktioniert Absprachen zweier eBay-Verkäufer

Zwei eBay-Händler müssen wegen Preisabsprachen empfindliche Bußgelder in vierstelliger Höhe zahlen. Das Bundeskartellamt sanktionierte die beiden Online-Händler, die sogenannte Satfinder verkauften. Dies sind elektronische Geräte, mit denen sich Empfangsschüsseln präzise auf den Empfang von Fernsehsignalen ausrichten lassen.

©-Thomas-Jansa-Fotolia

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Die Verkäufer haben Ende letzten Jahres Preise für bestimmte Typen von Satfindern vereinheitlicht. Über das Member2Member-Nachrichtensystem konnte ein Händler Kontakt mit anderen Sellern aufnehmen und letztendlich Preiserhöhungen vereinbaren. Zum Verhängnis wurde ihm, dass er damit drohte, die Preise zu reduzieren, sollten sich die ursprünglichen Konkurrenten nicht zu einer Erhöhung entscheiden. Ein Händler wandte sich daraufhin an das Bundeskartellamt.

Nicht nur in dieser Sparte besteht die Gefahr von Preisabsprachen. Auch andere Händler haben sich in der Vergangenheit verbündet, um höhere Preise zu erzielen. Dies ist illegal und verstößt gegen das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB). Gegen Einzelpersonen sind bei schweren Verstößen Geldbußen bis zu einer Million Euro möglich. Unternehmen drohen theoretisch sogar noch höhere Strafen.

Im konkreten Fall handelte es sich bei der verbotenen Preisabsprache um eine Ordnungswidrigkeit im unteren Bereich. Laut Gesetz sind Absprachen, die eine Verhinderung, Einschränkung oder Verfälschung des Wettbewerbs bewirken oder bezwecken, zu unterbinden und zu sanktionieren.

 

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (2)

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  1. Detlef sagt:

    Seit wann kann denn das Bundeskartellamt als Behörde jemanden verurteilen? Höchstens wurde hier ein Bußgeld behördlich durch Bescheid verfügt!

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