E-Commerce

Bestellabbrecher Mail: Abmahnung droht

Onlinehändler sollten besser keine Bestellabbrecher-Mail an ihre Kunden verschicken, wenn diese den Bestellvorgang im Onlineshop abgebrochen haben. Bei dem Versand einer derartigen „Erinnerung“ droht eine kostspielige Abmahnung.

 

Bestellabbrecher Mail: Abmahnung droht© Nerlich-Images-Fotolia

Bestellabbrecher Mail: Abmahnung droht© Nerlich-Images-Fotolia

Was ist eine Bestellabbrecher Mail?

Onlinehändler stehen häufig vor dem Problem, dass Kunden unvermittelt den Bestellvorgang abbrechen. Das kommt bei ungefähr 1/3 aller Onlineshop-Besucher vor. Um Näheres über die Gründe zu erfahren, verschicken manche Händler dann eine Mail. Dies geschieht beispielsweise dadurch, dass sie nachfragen, ob die Bestellung etwa durch einen Systemfehler abgebrochen wurde.

Im Anschluss daran steht dann beispielsweise der folgende Text: „Sie erhalten diese E-Mail, weil Sie auf der Seite ….Daten eingegeben haben, aber unklar ist, wie damit weiter verfahren werden soll. Wenn Sie möchten, dass diese Daten sofort gelöscht werden, klicken Sie einfach den folgenden Link: NEIN DANKE DATEN LÖSCHEN:“.

Weshalb für Onlinehändler ein hohes Abmahnrisiko besteht

Auch wenn in manchen E-Commerce Foren eine derartige Bestellabbrecher Mail als Marketinginstrument empfohlen werden um Kunden zu einem Kaufentschluss zu motivieren, so raten wir dennoch davon ab. Es besteht ein erhebliches Abmahnrisiko.

Die Wettbewerbszentrale hat nämlich angekündigt, dass sie gegen die Versender von Bestellabbrecher-Mails vorgehen möchte. Hierauf sollten sich die Betreiber von einem Onlineshop aufgrund der noch nicht abgeklärten Rechtslage nicht einlassen. In Betracht kommt zunächst einmal ein Verstoß gegen § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG, weil eine solche „Erinnerung“ möglicherweise Werbung in Form einer unzumutbaren Belästigung darstellt. Darüber hinaus kommt auch eine Verletzung von Datenschutzrecht mangels Vorliegen einer wirksamen Einwilligung des potentiellen Kunden in Betracht. Gleichwohl sollten abgemahnte Onlinehändler keinesfalls vorschnell eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgeben.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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