E-Commerce

Beliebt: Werbung mit Testergebnissen

Damit Werbung den gewünschten Erfolg beim Verbraucher erzielt ist es heute wichtiger denn je, objektive Qualitätsurteile zur Abgrenzung des Produktes gegen Konkurrenzprodukte zu verwenden. Durch das vielfältige Angebot an Produkten sind Verbraucher heutzutage zunehmend verwirrt und skeptisch bei der Wahl des für sie besten Produktes. Die Werbung mit unabhängigen Testurteilen, wie z.B. von der Stiftung Warentest, wird von Unternehmen gerne herangezogen, da diese Urteile zum einen allgemein anerkannt sind und zum anderen beim Verbraucher Vertrauen in die Qualität des getesteten Produktes erwecken. Sinn und Zweck solcher unabhängigen und objektiven Testurteile ist es, dem Verbraucher eine Orientierungshilfe zu geben und durch eine Darstellung des Preis-/ Qualitätsverhältnisses der Produkte die Markttransparenz zu erhöhen. Dieses Ziel wird allerdings verfehlt, wenn Unternehmen die Testergebnisse nicht exakt bzw. verändert wiedergeben. Denn durch die verzerrte Wiedergabe der Testergebnisse können die Verbraucher absichtlich über die Eigenschaften des beworbenen Produktes in die Irre geführt werden. Um diesem Missbrauch der Testergebnisse für Werbezwecke entgegenzuwirken hat z.B. die Stiftung Warentest Bedingungen aufgestellt, wie mit den Testergebnissen geworben werden darf. Die Stiftung Warentest knüpft an das Recht der Nutzung ihrer Logos zur Werbung mit den Testergebnissen, dass die von ihr aufgestellten Bedingungen bei der Werbung eingehalten werden. Prinzipiell kann die Stiftung Warentest zwar nicht die Werbung mit ihren Testergebnissen einschränken bzw. untersagen, jedoch kann sie über die Nutzung ihrer Logos bestimmen. Werden die Testergebnisse also nicht bloß verbal wiedergegeben, sondern auch die Logos der Stiftung Warentest verwendet, hat sich das Unternehmen an die aufgestellten Bedingungen zu halten. Sonst können Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Die von der Stiftung Warentest aufgestellten Bedingungen regeln detailliert die unverzerrte Wiedergabe der Testergebnisse. So heißt es in der 1. Bedingung:

1. Die Werbung mit den Untersuchungsergebnissen der Stiftung Warentest ist nur gestattet, wenn ihre Verwendung bei den Verbrauchern keine falschen Vorstellungen über die vorgenommene Beurteilung der Produkte oder Leistungen entstehen lässt. Die Verwendung der Untersuchungsergebnisse ist daher insbesondere nur gestattet,· wenn die Aussagen in der Werbung, die sich auf die Untersuchungsergebnisse der Stiftung Warentest beziehen, von anderen Aussagen des Werbenden abgesetzt sind, · wenn die Aussagen der Stiftung Warentest vom Werbenden nicht mit eigenen Worten umschrieben werden, · wenn die Terminologie der Bewertungsskala nicht auch bei solchen Werbeaussagen verwendet wird, die sich nicht auf die Untersuchungsergebnisse der Stiftung Warentest beziehen, · wenn günstige Einzelaussagen oder Kommentierungen nicht isoliert angegeben werden, wenn andere Aussagen/Kommentierungen weniger günstig sind, · wenn ein veröffentlichtes zusammenfassendes Qualitätsurteil in jedem Fall mitgeteilt wird, · wenn die Werbung alle Gruppenurteile bzw. die zusammenfassende Beurteilung enthält, wenn kein Qualitätsurteil vergeben worden ist. (…)“

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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