E-Commerce

Amazon eröffnet bis zu 400 Buchhandlungen in den USA

Bisher wurde häufig darüber gesprochen, dass Amazon die Existenz des stationären Buchhandels erheblich bedroht. Immer mehr Verbraucher haben in den letzten Jahren Bücher und Zeitschriften online bestellt. Vor allem kleinere Buchhändler mussten daher in der Vergangenheit häufig enorme Umsatzeinbußen hinnehmen oder die eigenen Geschäfte schließen. Nun plant Amazon anscheinend die Eröffnung von bis zu 400 stationären Buchhandlungen in den USA.

Stationärer Buchhandel fürchtet die Online-Konkurrenz

Die Relevanz stationärer Buchhandlungen hat in den letzten Jahren erheblich abgenommen. Der Großteil der heute verkauften Bücher wird über Online-Verkaufsportale wie Amazon bestellt und bequem nach Hause geliefert. Daneben nimmt die Zahl der Leser zu, die gedrucktes Papier meiden und Bücher gar nur noch in digitaler Form lesen. Die stationäre Buchhandlung verliert in der Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Immer weniger Menschen schätzen den persönlichen Service durch Buchhändler und Verkaufspersonal, die Möglichkeit sich vor Ort über den Literaturmarkt informieren oder Buchtipps zu erhalten zu können. Kaufempfehlungen, Rezensionen und Bewertungen sind in der heutigen Zeit mit wenigen Klicks von jedem Smartphone, Tablet oder Computer abrufbar. Schon seit längerem warnen Branchenkenner davor, dass der klassische stationäre Buchhandel – verstanden als reiner Verkaufsort – keine Zukunft habe.

Amazon plant Filialnetz von bis zu 400 Buchhandlungen aufzubauen

Amazon scheint die Zukunft des stationären Buchhandels anders zu bewerten. Der US-amerikanische Manager Sandeep Mathrani hat in einer Telefonkonferenz mitgeteilt, dass er davon ausgehe, dass Amazon in den USA bis zu 400 Buchhandlungen eröffnen werde. Dieser Schritt würde die Konkurrenzsituation der stationären Buchhändler in den USA wohl noch drastischer als bisher bekämpfen. Sollte Amazon den Betrieb von stationären Buchhandlungen gewinnbringend gestalten können, ist wohl auch eine Ausweitung des Geschäftsmodells in andere Länder zu erwarten.

Testgeschäft in Seattle im November eröffnet

Amazon hatte Ende letzten Jahres eine erste stationäre Buchhandlung in den USA eröffnet. Das damalige ausgegebene Ziel lautete, dass Amazon die Vorteile des digitalen Einkaufs mit dem stationären Handel kombinieren wolle. Der vorrätige Warenbestand orientiert sich an den Titeln, die auf der Verkaufsplattform besonders beliebt sind. Darüber hinaus können alle online verfügbaren Digitalangebote auch im stationären Geschäft erworben werden. Vorgestellt und bewertet werden die Bücher dabei durch aufgestellte Kärtchen, die einzelne Rezensionen von Amazon-Kunden beinhalten. Zur Eröffnung der ersten Buchhandlung hatte Amazon nicht weiter kommentiert, ob der Aufbau eines größeren Filialnetzes geplant sei.

Amazon dementiert Gerüchte nicht

Nach der Aussage von Sandeep Mathrani hatten verschiedene Medien Kontakt zu Amazon aufgenommen. Ein Sprecher des Internetkonzerns hat die Gerüchte daraufhin nicht kommentieren wollen. Ein klares Dementi blieb jedoch ebenfalls aus. Klar ist, dass selbst Barnes & Nobles, der größte US-amerikanische Buchhändler mit über 600 Buchhandlungen, die starke Konkurrenz von Amazon spüren würde. Viele kleinere Buchhandlungen müssten ihre Geschäfte über kurz oder lang wohl gänzlich schließen.

(NIH)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×