Domainrecht

Verwirrung und Streit bei neuen Domain-Endungen: Welche Firma verbirgt sich hinter dem Kürzel „.kinder“?

Gestritten wird seit 2014 über die Vergabe von Top-Level-Domains im Internet. Welche Firma verbirgt sich hinter welcher Domain-Endung? Geht es bei der Domainendung .kinder um einen Schokoladenhersteller oder doch um den Deutschen Kinderschutzbund. Auch von Seiten der Politik wird Kritik laut.

Domain-Endung: Welche Firma verbirgt sich hinter  dem Kürzel „.kinder“?©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

Domain-Endung: Welche Firma verbirgt sich hinter dem Kürzel „.kinder“?©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

Die globale Adressverwaltung Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) hat seit 2014 mehrere neue Internetendungen freigeschaltet. Klassische Endungen waren bis dahin die Kürzel „.de“.

Ab jetzt lassen sich Kürzel wie .gmbh, .islam, .vin, .bmw oder .edeka im Netz finden. Doch welche Firma steckt hinter welchem Kürzel? Bei .bmw oder .edeka erscheint dies eindeutig.

Bei anderen Kürzeln wie .kinder entsteht Streit. Unter anderem führt die neu vergebene Domain-Endung wie „.kinder“ zu Streit und Verwirrung.

Beantragt hatte der Süßigkeitenhersteller Ferrero die Freischaltung des Kürzels .kinder bei der globalen Adressverwaltung Icann.

Dies rief den Deutschen Kinderschutzbund auf den Plan. Schon Anfang November schloss die Icann einen Betreibervertrag mit Ferrero. Endgültig im Netz ist die Endung .kinder noch nicht zu finden. Vorerst werden technische Tests durchgeführt.

Der Deutsche Kinderschutzbund versucht mit aller Macht dieses Kürzel .kinder für eine Marke wie Ferrero zu verhindern. Der Deutsche Kinderschutzbund wendete sich hierfür bereits an die Kommission des Bundestages und an das Familienministerium.

Eine politische Lösung erscheint möglich. Die Bundesregierung äußerte sich im Vorfeld bereits kritisch zu den Endungen .reise und .gmbh.

Auch die französische Regierung schlägt Alarm. In Frankreich sorgt das Kürzel .vin für Aufsehen. Befürchtet wird, dass der gute Ruf des französischen Weins beschädigt wird.

Die saudische Regierung stänkert in Richtung Vatikan. Eine Monopol für die Endung .catholic gönnt sie dem Vatikan nicht.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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