Domainrecht

Neue Top-Level-Domains

ICANN bereitet neue Top-Level-Domains vor.

Zur Zeit werden von der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) hunderte Domain-Endungen, genannt Top-Level-Domains vorbereitet.

Der Bereich rechts vom Punkt einer Internetadresse ist die sogenannte Top-Level-Domain (>>.de<<). Den linken Bereich der Internetadresse, welcher, sofern er frei ist, durch den Internetnutzer frei gewählt und registriert werden kann, nennt man Second Level Domain.

 

 Neue Top-Level-Domains   © Benjamin-Duda-Fotolia

Neue Top-Level-Domains © Benjamin-Duda-Fotolia

 

Größter Run auf .app und nicht wie erwartet auf .sex

Bei über 250 Millionen Domain-Namen kann man sich vorstellen, dass kurze einprägsame Adressen heutzutage rar gesät sind. Auf die Endung „.com“ alleine sind über 110 Millionen Domains gemeldet. Auf die Endung „.de“ sind es immer noch über 15,5 Millionen.

Nun wurde zum dritten Mal nach 2000 und 2004 ein Bewerbungsverfahren durchgeführt, um die Situation zu entspannen und es zu ermöglichen kurze, prägnante Domainnamen zu kreieren. Bewerbungen wurden ab Januar 2012 entgegen genommen. Offiziell beschlossen wurde es durch die ICANN bereits im Juni 2011. Ab dem Frühjahr 2013 werden die neuen Top Level Domains schrittweise eingeführt. 1.930 eingereichte Bewerbungen wurden registriert, darunter beispielsweise „.blog“, „.berlin“, „.shop“ oder aber auch „.web“. Größte Nachfrage gab es nicht -wie erwartet- nach der Endung “.sex“, sondern nach der Endung „.app“ mit insgesamt 13 Bewerbern. Prominente Deutsche Bewerber sind Adidas SE, die Linde AG sowie die Deutsche Post AG.

Die Bewerber lassen sich allein die Bewerbung 185.000 Dollar kosten. Die Summe ist unabhängig von einem eventuellen späteren Start der Domain anzusehen.

Sollte die Prüfung positiv ausfallen, müssen nochmals 25.000 Dollar nachgezahlt werden.

Nach Bewerbungserfolg winkt das agieren als Vergabestelle („Registry“)

Über die Bewerbungen entscheidet die ICANN. Wenn eine Bewerbung Erfolg hat, darf der Bewerber sich „Registry“ nennen. Er hat nun das Recht als Vergabestelle zu agieren. Als Interessent, wendet man sich an sogenannte Domain-Registrare, welche im Auftrag des Interessenten dann die eigentliche Registrierung bei der Vergabestelle („Registry“) durchführen.

„.berlin“ hat Chancen – „.muenchen“ nicht dabei

Welche Domainnamen letztendlich tatsächlich von der ICANN abgesegnet werden ist noch nicht klar. Entscheidend ist aber, dass während der Bewerbungsfrist auch eine Bewerbung bei der ICANN eingegangen ist. So kann es sein, dass „.berlin“ zukünftig als TLD existiert, aber beispielsweise „.muenchen“ nicht, schlichtweg da „.muenchen“ nicht bei der ICANN als Bewerbung eingegangen ist.

Keine Garantie bei Vormerkung auf gewünschten Domain-Namen

Man kann sich nun bereits bei Domain-Registraren vormerken lassen. Sollte die gewünschte Top-Level-Domain eingeführt werden hat man den Vorteil, dass nach der Einführung die gewünschte Bestellung automatisch bei der neuen “Registry“ angemeldet wird. Außerdem werden so mögliche Fristen nicht versäumt. Eine Garantie, dass man die gewünschte Domain erhält gibt es aber selbstredend nicht. Die Kosten für eine Domain werden vermutlich Schätzungen zufolge zwischen 20- und 90 Euro pro Jahr liegen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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