Domainrecht

LG Köln: 1. FC Köln erhält seine Wunsch-Internetadresse

Das Landgericht Köln hat entschieden, dass der 1. FC Köln die Internetadresse „www.fc.de“ gegen eine Zahlung von 5.000 Euro nutzen darf (Urt. v. 09.08.2016, Az. 33 O 250/15).

LG Köln: 1. FC Köln erhält seine Wunsch-Internetadresse ©-Thomas-Jansa-Fotolia

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Privatmann forderte ursprünglich 50.000 Euro

Der Bundesligist bot dem Privatmann und Domain-Verwalter Markus K. eine Summe von 5.000 Euro für die Internetadresse. Dieser forderte jedoch ursprünglich 50.000 Euro, so dass das Landgericht Köln ein Urteil fällen musste.

Gegen eine Zahlung von 5.000 Euro wurde dem 1. FC Köln die Internetadresse zugesprochen. Markus K. darf die Internetadresse nicht selber nutzen und muss gegenüber dem 1.FC Köln einer Löschung einwilligen. Außerdem konnte der FC eine Unterlassung erwirken. Nutzt Markus K. die Adresse trotzdem, muss er mit einem Ordnungsgeld von 250.000 Euro rechnen.

Deutsches Network Information Center (DENIC)

Vor der Entscheidung des Landgerichts Köln hatte der Bundesligist schon einen Dispute-Antrag beim in Frankfurt ansässigen Deutschen Network Information Center (DENIC) gestellt, welches alle „.de“-Adressen verwaltet. Zweck eines solchen Antrags ist das der Domaininhaber diese bist zur Entscheidungsfindung auf keinen anderen als den Antragssteller übertragen darf.

Schützenswerte Interesse des 1. FC Köln überwiegt

Als Hauptargument wird in der Entscheidung das „schützenswerte Interesse“ des Bundesligisten aufgeführt, unter dem „griffigen Kürzel“ gefunden zu werden. Genau dieses Interesse sei bei dem Privatmann Markus K. nicht vorhanden.

FC Bayern München und FC Augsburg

Gordian Hasselblatt, der Anwalt des 1. FC Köln, gab im Rahmen der Verhandlungen preis, dass Markus K. die Adresse schon dem FC Bayern München und dem FC Augsburg angeboten hatte. Beide Vereine signalisierten jedoch kein Interesse, da man „FC“ mit dem 1. FC Köln assoziieren würde. Belegt wurde dies durch entsprechende Dokumente der Vereine. Selbst der Richter Heinz-Georg Schwitanski führte an, dass Jonas Hector im öffentlich-rechtlichen Fernsehen als „FC-Spieler“ bezeichnet wurde. (MaSR)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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