Die Auftragsproduktion

Die Auftragsproduktion ist immer noch das gängigste Modell, mit dem deutsche TV-Sender die Herstellung von TV-Produktionen bei Produzenten bestellen. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass der Sender die Produktion voll finanziert, dafür aber vom Produzent sämtliche Nutzungsrechte eingeräumt bekommt (Buy-Out).

Echte / unechte Auftragsproduktion

Von entscheidender Bedeutung ist desweiteren, ob es sich bei der Auftragsproduktion um eine sogenannte echte oder unechte handelt.

Bei der echten Auftragsproduktion agiert der Auftragnehmer als selbstständiger Unternehmer und handelt in eigener, auch wirtschaftlicher und organisatorischer Verantwortung. Er ist der Filmhersteller. Als solcher trägt er zwar größere Risiken, bspw. in Bezug auf Budgetüberschreitungen und den Erwerb erforderlicher Rechte, schließt aber sämtliche Verträge im eignen Namen und auf eigene Rechnung ab. Er ist organisatorisch und wirtschaftlich unabhängig vom Auftraggeber

Bei der unechten Auftragsproduktion trifft er Auftraggeber alle relevanten Entscheidungen und Maßnahmen und gilt selbst als Filmhersteller im Sinne des Urheberrechts, welchem die urheberrechtlichen Nutzungsrechte zustehen. Der Auftragnehmer selber agiert hingegen nur als Dienstleister, welcher in der Regel ein festes Honorar erhält.

Wichtige Regelungen der Auftragsproduktion

Eine Auftragsproduktion wird als Werkvertrag eingestuft. Es ist wichtig, dass die Leistungen, welche der Auftragnehmer erbringen soll, möglichst genau vertraglich geregelt werden, auch in Bezug auf die zu erfolgende Vergütung. Ebendies gilt für möglicherweise entstehende Änderungswünsche und Ergänzungen.

Ist es von den Parteien gewollt, dass der Auftraggeber selbst als Filmhersteller eingestuft wird, welchem die Rechte an dem Film zustehen sollen, muss er sich alle wesentlichen Entscheidungen vertraglich vorbehalten und ggfs. Kontrollmechanismen gegenüber dem Auftragnehmer ergreifen.

Diese und weitere Regelungen sind nicht nur für den Auftraggeber, sondern auch für den Auftragnehmer von entscheidender Bedeutung. Die Parteien müssen sich einig sein, welche Rolle der jeweiligen Partei zustehen soll und wie dies vertraglich zu erreichen ist. Neben den aufgezeigten Themengebieten sind noch weitere betroffen, welche die Parteien auf den ersten Blick oft gar nicht bedenken, wie zum Beispiel das Steuerrecht.

In der Regel werden die Verträge vom Sender gestellt. Dabei handelt es sich um komplexe Vertragswerke, die man in jedem Fall sorgfältig prüfen sollte, bevor man Tinte auf das Papier bringt.


Die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE unterstützt sie gerne bei der Prüfung und Verhandlung von Auftragsproduktionsverträgen. Unser Expertenteam um Rechtsanwältin Rafaela Wilde steht Ihnen unter der Rufnummer 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) gerne für eine erste Einschätzung zur Verfügung.


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Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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