Design – Recht am eigenen Bild der Models

Ob in Printwerbung, im Internet oder im eigenen Verkaufsladen – Waren und Dienstleistungen werden heutzutage oftmals in Anzeigen, Katalogen oder Zeitschriften durch Models präsentiert. Bevor jedoch eine Anzeige geschaltet werden kann, müssen oftmals Fotoshootings durchgeführt werden, um das nötige Bildmaterial herstellen zu können. Grundsätzlich ist es ratsam, im Vorfeld ausreichend rechtssichere Verträge auszuhandeln, um das Recht am eigenen Bild zu wahren und sich selbst keiner möglichen Klage auszusetzen. Dabei sind die unterschiedlichen Interessen der Vertragspartner in ausreichendem Maße zu berücksichtigen. Auftraggeber fordern regelmäßig umfassende Nutzungs- und Verwertungsrechte. Die abgebildeten Models haben möglicherweise ein Interesse daran Bilder selber nutzen zu dürfen oder möchten verhindern, dass die Bilder nicht in einem möglicherweise rufschädigenden Umfeld genutzt werden. Wichtig ist es auch für viele Models detailliert festzulegen welche Leistungen während der Fotoaufnahmen zu erbringen sind.

Inhalt von Modelverträgen

Verträge mit Models müssen umfangreich regeln welchem Vertragspartner welche Nutzungs- und Verwertungsrechte an den Bildern in zeitlich- räumlicher und sachlicher Hinsicht zufallen. Geregelt werden muss wie lange der Fotografen bzw. Auftraggeber Bilder nutzen darf sowie in welchen Ländern und in welcher Art und Weise die Bilder öffentlich gezeigt werden dürfen. Diese Regelungen helfen einen späteren Streit über die Rechteverwertung effektiv zu vermeiden. In der Praxis werden Auftraggeber regelmäßig die alleinige weltweite Nutzung und Verwertung der Bilder beanspruchen. Möglich ist es aber, dass der sachliche Nutzungs- und Verwertungsbereich vertraglich eingeschränkt werden kann. So kann das Model selber steuern in welchen Medien eigene Bilder veröffentlicht oder genutzt werden können. Wichtig für das Model ist dies, da so ein Image aufgebaut oder geschützt werden kann. Oftmals birgt z.B. die Veröffentlichung von Bilder eines Models in pornographischem Umfeld die Gefahr, dass andere Auftraggeber dieses Model für nicht-pornographische Kampagnen nicht mehr buchen würden.

Darüber hinaus sollte der konkrete Leistungsgegenstand des geplanten Fotoshootings vereinbart werden. Hierbei geht es darum die Erwartungen des Auftraggebers mit den Vorstellungen des Models in Einklang zu bringen. Wichtig ist es einen grundsätzlichen zeitlichen und thematischen Rahmen zu vereinbaren, in dem das Fotoshooting ablaufen wird. Wichtig ist hierbei zu klären, ob andere Models an dem Shooting teilnehmen werden und welche Abbildungen geplant sind. Besprechen sich Auftraggeber und Model im Vorfeld, ist ein reibungsloser Ablauf des Shootings in den meisten Fällen gewährleistet. Kommt es während der Fotoaufnahmen zu Konflikten, kann das Verschieben eines Fotoshootings oftmals hohe Folgekosten nach sich ziehen.

Darüber hinaus sollten Auftraggeber und Models Regelungen bezüglich des in der Praxis gängigen Bearbeitungsrechts des Auftraggebers treffen. Auch wenn die digitale Nachbearbeitung von Bildmaterial in fast jeder Produktion stattfinden, sollte der Umfang des Bearbeitungsrechtes vertraglich geregelt werden.

Umgang mit Minderjährigen

Modelverträge mit Minderjährigen sind nur mit der gesetzlich notwendigen Zustimmung der gesetzlichen Vertreter wirksam. Eine vorherige Absprache ist daher unerlässlich, um die spätere Nutzung und Verwertung entstandener Bilder zu gewährleisten. Zu beachten ist, dass der Auftraggeber nicht auf die mündliche Zusicherung der Volljährigkeit eines möglicherweise noch minderjährigen Models vertrauen sollte. Im Zweifel sollten amtliche Ausweisdokumente zum Nachweis der Altersüberprüfung eingereicht und archiviert werden. Ebenso sollten Auftraggeber bei der Arbeit mit minderjährigen Models darauf achten im Regelfall nur altersgerechte Bilder zu veröffentlichen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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