Der Filmkomponistenvertrag

Bei einem Filmkomponistenvertrag handelt es sich um einen Vertrag zwischen dem Filmproduzenten und dem Komponisten, über die Herstellung bzw. Komposition und Produktion von Filmmusik.

Der Filmproduzent hat hinsichtlich der musikalischen Ausgestaltung seines Films die Möglichkeit auf bereits bestehende Musikwerke (sog. Sourcen) zurückzugreifen (Filmmusiklizenzvertrag) oder einen Komponisten mit der Komposition der für den Film erforderlichen Musik (Sog. Score-Musik) zu beauftragen (Filmkomponistenvertrag).

Entscheidet er sich dafür, dass er neue Kompositionen für seinen Film verwenden will, muss er einen Filmkomponistenvertrag abschließen. Entscheidend für eine problemlose Abwicklung ist der ordnungsgemäß verfasste Inhalt des Vertrages, insbesondere im Hinblick auf bestehende Musikrechte.

Relevante Rechte an der Filmmusik

Bei den im Rahmen eines Filmkomponistenvertrages seitens des Produzenten zu erwerbenden Rechten ist zwischen Filmherstellungs- und Auswertungsrechten zu unterscheiden.

Filmherstellungsrechte („synchronization rights“) sind solche Rechte,  die der Filmproduzent benötigt, um den Film durch Verbindung einer Musikaufnahme mit dem übrigen Bild- und Tonmaterial herzustellen. Auswertungsrechte sind notwendig, um den Film im Anschluss an die Herstellung verwerten zu können. Namentlich handelt es sich um die zwingend notwendigen Rechte zur Vervielfältigung, Verbreitung und Vorführung des Werks.

Inhalt des Filmkomponistenvertrages 

Der Filmproduzent und der Komponist schließen einen Werkvertrag über Komposition und Produktion der beauftragten Filmmusik (sog. Kompositions- und Bandübernahmevertrag).

Im Vertrag sind Honorar und Minutenlänge des zu komponierenden und zu produzierenden Scores zu vereinbaren.   Des weiteren sind Elementar die Einräumung der Synchronisationsrechte und Auswertungsrechte. In diesem Zusammenhang sollte seitens des Produzenten die Zustimmung zu Austausch und Bearbeitung eingeholt werden, da diese Handlungen in die Urheberrechtspersönlichkeit des Komponisten eingreifen.

Darüber hinaus sollte der Vertrag eine Klausel über die sogenannte Titelexklusivität enthalten. Dies bedeutet, dass der Komponist die von ihm komponierte Musik nicht eigens neu aufnehmen darf.  Schließlich ist in der Regel immer auch noch zu entscheiden, wer die Verlagsrechte an dem Score erhalten soll. Vielfach verlangen die deutschen TV-Sender bei einer Auftragsproduktion, dass der Komponist dem Sender die Verlagsrechte einräumt. 

Individuelle Beratung

Wenn Sie Fragen zum Nutzen oder zur Ausgestaltung eines Filmkomponistenvertrags haben oder Hilfe bei der Prüfung eines Filmkomponistenvertrags brauchen, steht Ihnen die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE gerne zur Seite.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×