Datenschutz

Windows 10 – Verbraucherschützer knüpfen sich Microsoft vor

Die Verbraucherzentrale NRW wirft Microsoft Verstöße gegen das Datenschutzrecht bei Windows 10 vor und hat deshalb gegen den Konzern Klage eingereicht. Doch Verbraucher sind dem nicht hilflos ausgeliefert, sondern können eine Preisegabe ihrer persönlichen Daten verhindern.

Windows 10 - Verbraucherschützer knüpfen sich Microsoft vor ©-IckeT-Fotolia

Windows 10 – Verbraucherschützer knüpfen sich Microsoft vor ©-IckeT-Fotolia

Nutzer die auf Ihrem Rechner Windows 10 installieren und einrichten, werden dabei mehrfach zum „Übernehmen“ und Verwenden von sogenannten „Expresseinstellungen“ aufgefordert. Hierbei sollten sie aufpassen, weil Microsoft sich hier weiträumige Rechte zur Übertragung ihrer persönlichen Daten einräumt. Aus diesem Grunde hat jetzt die Verbraucherzentrale NRW Microsoft vor dem Landgericht München I verklagt (Az.: 12 O 909/16).

Die Verbraucherschützer werfen Microsoft vor allem vor, dass Windows 10 Nutzer nur unzureichend über den Umfang der Offenlegung ihrer Daten durch Windows 10 nur unzureichend aufgeklärt werden. Aus diesem Grunde verstoßen die Klauseln gegen das deutsche Datenschutzrecht, das eine wirksame Einwilligung des Nutzers in die Nutzung seiner persönlichen Daten voraussetzt.

Wie sich Windows 10 Nutzer schützen können

Windows 10 Nutzer sollten sich daher mit diesem Thema intensiver beschäftigen und auf die Einstellungen achten. Sie können diese notfalls immer noch im Nachhinein ändern. Hierzu gehen Sie am besten im Startmenü von Windows 10 unter den Menüpunkt „Einstellungen“ und klicken den Unterpunkt „Datenschutz“ an. Dann stellen Sie alle Schieberegler die Sie unter dem Reiter „Allgemein“ mit der Überschrift „Datenschutzoptionen ändern“ vorfinden auf „Aus“. Denn hierdurch ermöglichen Sie Microsoft Ihre Daten zu sammeln, um damit personalisierte Werbung zu machen. Allenfalls unbedenklich ist die Funktion „Smart-Screen Filter einschalten…“. Darüber hinaus ist vor allem wichtig, dass Sie in den Einstellungen unter „Netzwerk und Sicherheit/WLAN“ auf „WLAN-Einstellungen verwalten“ klicken. Dort sollten Sie Windows untersagen automatisch Verbindungen mit Netzwerken herzustellen, die von den bekannten Kontakten freigegeben werden. Auf diese Weise vermeiden Sie, dass Ihr WLAN-Kennwort von Dritten z.B. für Urheberrechtsverletzungen in Form von Filesharing missbraucht wird und Sie dafür möglicherweise haften. Eine schrittweise und detaillierte Anleitung gibt es von der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Fazit:

Ärgerlich ist, dass arglose Nutzer aufgrund der von Microsoft gewählten Voreinstellungen eine Vielzahl von persönlichen Daten über sich preisgeben. Das zeigt, dass Microsoft – ebenso wie Facebook – Datenschutz nicht gerade ernst nimmt. Doch auch diese Unternehmen müssen sich an deutsches Recht halten. (HAB)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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