Datenschutz

WhatsApp – Update freut User

Vor allem Datenschützer wird das neue Update freuen, denn es sollen jetzt alle Inhalte mit einer Verschlüsselung geschützt werden.

WhatsApp - Update freut User ©-cirquedesprit-Fotolia

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Was ist neu?

WhatsApp hat in seinem neusten Update eine sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt. Texte, Bilder, Videos und Anrufe sind jetzt nur noch für die Beteiligten sichtbar. Selbst WhatsApp kann sie nicht mehr einsehen.

Aktiviert werden muss die Verschlüsselung nicht. Wenn alle Chatpartner die neuste Version verwenden, ist diese automatisch eingeschaltet.

Was bleibt zu beachten?

Trotz des besseren Datenschutzes sollten die User einige Dinge beachten:

1. Manche Chats sind unverschlüsselt

Manche Chats sind weiterhin unverschlüsselt. Nur wenn alle Chatpartner die neueste Version nutzen, ist der Chat verschlüsselt. Das wird dann durch ein kleines Schloss angezeigt. Fehlt dieses, ist der Chat nicht verschlüsselt.

2. Metadaten fallen weiter an

Die Nachrichten sind zwar verschlüsselt, jedoch fallen immer noch Metadaten an. Der Dienst kann so zwar nachvollziehen, wer, wann, mit wem kommuniziert hat, aber nicht mehr, was kommuniziert wurde. Ein Beispiel: WhatsApp kann immer noch sehen, dass man mit einem Anwalt in Panama in Kontakt war, was aber besprochen wurde, bleibt WhatsApp verborgen.

3. Keine Open-Source-Software

WhatsApp verwendet eine Verschlüsselung von Open Whisper Systems. Allerdings ist es keine Open-Source-Software. Man kann also nur darauf vertrauen, dass WhatsApp diese tatsächlich regelmäßig anwendet und sich in dem Programm keine Fehler befinden.

4. Manuell zu Aktivieren

Früher konnte man nicht feststellen, ob der Chatpartner auch die Person ist, die man erreichen wollte. WhatsApp bietet jetzt für dieses Problem eine Sicherheitsnummer an. Mit der kann man verifizieren, dass der Chatpartner auch die Person ist, der man schreiben möchte. Hierfür muss man im Menüpunkt „Sicherheit“ diese neue Funktion jedoch manuell aktivieren.

Und was sagt die US-Regierung dazu?

Diese ist verärgert. Mag das Programm von Datenschützern als ein Segen gewertet werden, ist es für die Regierung problematisch. Bei Einsatz dieses neuen Verschlüsselungssystems ist WhatsApp nicht mehr in der Lage, die Inhalte an die Sicherheitsbehörden weiterzugeben.

Schon mit Apple gab es ähnliche Probleme. Der Konzern lieferte sich vor Gericht einen Streit mit dem FBI, da dieser nicht beim Aushebeln von iPhone- Passwörtern helfen wollte. Insofern wird der Schritt von WhatsApp zu weiteren Verstimmungen mit Silikon Valley führen.

Der Appelstreit ist übrigens erledigt. Das FBI kam durch die Inanspruchnahme eines externen Dienstleisters nun doch an die Daten heran. (BeB)

Sicher ist das folgende Video interessant:

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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