Datenschutz

UFED´s: Datenausspähung leicht gemacht

Wie sicher sind Informationen auf unseren Handys? Im Zeitalter der UFEDs gar nicht. MitAdaptern für jedes Handy lassen sich komplette Speicher auslesen und die Privatsphäre eines jeden wird offengelegt.

UFEDs (Universal Forensic Extraction Device) sind Minicomputer, die nur für einen Zweck gebaut wurden: Daten gewinnen um jeden Preis. 5.000 Euro ist der Preis für ein UFED inklusive Software und mit Kabeln für nahezu jedes Mobiltelefon. Mit dem UFED sollen juristisch verwertbare Informationen gewonnen werden.

Die Firma Cellebrit produziert die UFED´s. Sie werden jedoch nur an ein bestimmtes Klientel verkauft: Militär, Geheimdienste, Steuerfahnder und Gutachter.

Die eigentliche Idee des 1999 gegründeten Unternehmens, war es zu ermöglichen, dass Leute die Daten von ihrem alten auf ihr neues Handy überschreiben konnten. So wird ein zeitaufwändiges, manuelles Überschreiben durch das Gerät abgenommen. Die forensische Funktion war

eher ein Beiläufer: Behörden weltweit nutzen den UFED.Mit der Smartphone-Generation lassen sich nicht nur Nummern kopieren oder wiederherstellen, jegliches Nutzungsverhalten ist reproduzierbar. Zeit, Ort und Personen mit denen telefoniert wurde, Fotos oder Videos.

Alles ist abrufbar, auch wenn Daten auf dem Telefon bereits gelöscht waren. Die Daten finden sich nämlich meist auch in nicht genutzten Speicherzellen des Geräts. Eine vollständige Löschen von Daten ist nur mit spezieller Software möglich oder man ein Fachmann ist und sein Handy „wiped“. Das heißt das Telefon wird technisch so manipuliert, dass sich Daten nicht wiederherstellen lassen.

Der CCC (Chaos Computer Club) bezeichnete Smartphones bereits als mobile

Ortungswanzen. Gerade die neue Generation erleichtert mit GPS und Maps-Funktion eine Ortung.

Auch Navigationsgeräte lassen sich vom UFED´s problemlos auslesen. Das Wo und Wann zum Tatzeitpunkt stellt für Ermittler keine Problem mehr dar.

Wird von der Polizei ein Handy ausgelesen, so handelt es sich meist um Anruflisten und in manchen Fällen Fotos. Während der Datengewinnung werden die Informationen kodiert, um eine Manipulation von Beweisen auszuschließen und so die Daten auch vor Gericht nutzbar zu machen.

Verkauft man sein Smartphone und man will nicht, dass der Neubesitzer die Urlaubsfotos von letztem Jahr sieht, so sollte man schauen, dass man den Speicher vollständig bereinigt. Wichtig ist, dass man abgesehen von SIM und Telefonspeicher auch den Browserverlauf (besuchte Seiten) löscht. Sind noch Logindaten von E-Mail-Postfach, Ebay oder sonstiges gespeichert, kann es schnell unangenehm werden. So sollte man lieber auf Nummer sicher gehen und wirklich doppelt kontrollieren, ob alle Daten vom Gerät gelöscht sind. Hilfe kann hier File-Shredder liefern. Bereits freier Speicher wird mit Algorithmen vollständig bereinigt. Auch SecureClean und Eraser können hilfreich sein.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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