Datenschutz

Prisma – Tolle Bilder, aber datenschutzrechtlich zweifelhaft

Die Foto-App Prisma erobert die Smartphones. Die wohl zurzeit beliebteste Gratis-App schafft aus den eigenen Fotografien, beeindruckende kleine Kunstwerke. So eindrucksvoll die Bilder auch sein mögen, die momentan geltenden Datenschutzbestimmungen sind es nicht.

 Prisma – Tolle Bilder, aber datenschutzrechtlich zweifelhaft Marog-Pixcells-Fotolia

Prisma – Tolle Bilder, aber datenschutzrechtlich zweifelhaft Marog-Pixcells-Fotolia

Prisma macht aus Fotos Kunstwerke

Foto-Filter sind eine beliebte Möglichkeit, um die eigenen Fotos einfach zu bearbeiten. Fast jeder bekannte Foto-Dienst ermöglicht den Nutzern die Anwendung von Filtern. Die Bearbeitung findet in den meisten Fällen direkt auf dem eigenen Smartphone oder Tablet statt und Nutzer können die Bilder dann sofort verwenden. Prisma nutzt eine andere Technologie zur Bearbeitung der Bilder: Nutzer schicken die eigenen Fotos auf die Server das Unternehmens und erst dort werden die Bilder entsprechend bearbeitet. Nach kurzer Zeit erhält der Nutzer dann das bearbeitete Bild auf sein Gerät geschickt. Unklar bleibt dabei, wie der Dateitransfer abläuft, welche technischen Sicherheitsmaßnahmen bei der Bearbeitung gelten und wie insgesamt mit den hochgeladenen Bildern verfahren wird.

Bedenken gegen Prisma wegen Datenschutz

Die datenschutzrechtlichen Bestimmungen der Prisma-App sind nur wenig transparent. Vor allem zwei Dinge sollten Nutzer der App wissen:

  • Erstens: Die Datenschutzbestimmungen enthalten Regelungen zum Umgang mit gespeicherten persönlichen Daten. Die Macher von Prisma räumen sich dabei das Recht ein, persönliche Daten wie Log-Daten und Standorten zu speichern und nach belieben an Dritte weiterzugeben. Darüber hinaus räumt sich der Betreiber das Recht ein, dass gespeicherte Nutzerdaten zu Werbezwecken analysiert werden.
  • Zweitens: Die Nutzer der App räumen den Betreibern weitreichende Nutzungs- und Verwertungsrechte an den hochgeladenen Bildern ein. So erteilen Nutzer eine weltweite, nicht-exklusive und vor allem weiter veräußerbare Nutzungslizenz an den bearbeiteten Bildern. Nutzer verlieren also jeglichen Alleinnutzungsanspruch und die Betreiber der App können frei über die Bilder eines jeden Nutzers verfügen und mit diesen nach Belieben umgehen.

Fazit

Auch wenn Prisma eine derzeitig einzigarte Bearbeitung von Fotos ermöglicht, müssen sich Nutzer darüber klar sein, dass der Umgang mit den eigenen persönlichen Daten unklar ist und darüber hinaus die eigenen Fotos vom Betreiber der Apps nach eigenem Ermessen ohne vorherige Erlaubnis genutzt werden können. (NH)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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