Datenschutz

Pokémon Go – Weitergabe der Nutzerdaten verboten!

Dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ist es gelungen die Datenschutzprobleme von Pokémon Go einzudämmen. Der Spieleentwickler Niantic gab eine umfassende Unterlassungserklärung ab.

 Pokémon Go - Weitergabe der Nutzerdaten verboten! Pixcells-Fotolia

Pokémon Go – Weitergabe der Nutzerdaten verboten! Pixcells-Fotolia

Das erfolgreiche Spiel mit den Taschenmonstern – Pokémon Go –  erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Mit dem Handy in der Hand gehen Groß und Klein seit einigen Monaten auf Monsterjagd.

Datenschutz und weitere Probleme

Viele Pokémon Go Spieler wissen nicht oder ignorieren dabei einfach, dass sie mit Nutzung des Spiels einige datenerhebliche Einwilligungen abgeben. Der Entwickler Niantic verfasste die Datenschutzbestimmungen bislang teils schwer verständlich für die Benutzer und holte sich auf diese Weise sehr weitgehende Einwilligungen zur Nutzung der User-Daten ein.

So liegt es im alleinigen Ermessen von Niantic, etwa Email-Adressen und Standortinformationen der Nutzer an private Dritte oder Unternehmen weiterzugeben. Auch konnte dem User die Nutzung des Spiels jederzeit untersagt werden. Selbst dann, wenn bereits echtes Geld innerhalb des Spiels Pokémon Go ausgegeben wurde – und das alles ohne Rückerstattung. Teilweise wurde diesbezüglich wegen des Firmensitzes von Niantic (San Francisco) auf kalifornisches und nicht auf deutsches Recht verwiesen.

Verstoß gegen deutsches Recht

Auf diese Probleme wurden die Verbraucherschützer aufmerksam und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnte den Entwickler Niantic im Juli 2016 ab. Die Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen seien in 15 Punkten mit dem geltenden deutschen Recht nicht vereinbar.

Nun kam es zu einem ersten Etappensieg der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Wie dieser mitteilte gab Niantic bezüglich aller 15 abgemahnten Klauseln der Nutzungsbestimmungen die Erklärung ab, dessen Nutzung zu unterlassen. Niantic werde die Klauseln bis Ende 2016 überarbeiten und sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf diese berufen.

Folgen für die Pokémon Go Nutzer?

Die Weitergabe und Verwertung personenbezogener Daten ist immer weiter auf dem Vormarsch, lässt sich im Zeitalter der immer fortschreitenden Digitalisierung jedoch nicht vollends vermeiden. Diese Erkenntnis darf jedoch nicht dazu führen, Nutzerdaten uneingeschränkt preis zu geben. Der Einsatz der Verbraucherschützer und die Reaktion des Entwicklers Niantic lassen diesbezüglich aufhorchen.

Nutzer des Spiels Pokémon Go werden in Zukunft nach geltendem deutschen Recht behandelt werden. Ohne weiteres wird Niantic Spielern das Spielen nicht mehr untersagen können und auch die Daten sind wieder in sichereren Händen. (ToB)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Daniel Rech sagt:

    Wie sieht dass den jetzt aus kann ich jetzt beruhigt pokemon spielen oder muss ich angst um meine daten haben?

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