Datenschutz

Oberste Datenschützerin kritisiert digitale Assistenten

Digitale Assistenten können schon jetzt auf Zuruf Fragen beantworten, Pizza bestellen oder den Wecker stellen. Die Bundesbeauftragte für Datenschutz, Andrea Voßhoff, hat sich jedoch erneut kritisch gegenüber digitalen Assistenten geäußert. Sie befürchtet eine Rund-um-die-Uhr Überwachung der Nutzer und bemängelt die Sicherheit der gespeicherten Daten.

Oberste Datenschützerin kritisiert digitale Assistenten Pixcells-Fotolia

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Die Funktionsweise smarter Lautsprecher als Risikoquelle

Grund für die Kritik der Datenschützerin ist das Funktionsprinzip der intelligenten Sprachassistenten, im Volksmund auch „digitale Butler“ genannt. Diese Geräte sind mit einer Sprachsteuerung ausgestattet. Sie nehmen Befehle entgegen, indem sie auf Signalwörter reagieren. Nutzer können sich Informationen einholen oder bestimmte Aufgaben auf das Gerät übertragen, ohne dieses berühren zu müssen.

Sprachsteuerung digitaler Assistenten über Signalwörter

In den USA, Kanada und Großbritannien können sich schon jetzt Kunden von Amazon von der intelligenten Sprachassistenzbox unterstützen lassen. Apple, Google und Microsoft bieten derzeit solche digitalen Assistenten für Smartphones und Tablets an. Siri, Google Now/Assistent, Cortana können über Signalwörter und bestimmte Sprachanweisungen gesteuert werden.
Jetzt haben auch Amazon und Google neue Geräte für den deutschen Markt angekündigt. Amazon möchte dabei den hauseigenen Assistenten Alexa verwenden, während Google auf seinen Assistenten Home setzt.

Testkunden dürfen Amazons intelligente Sprachassistenzbox bereits testen

Amazon hat seine Modelle der Echo-Reihe beworben und an Testkunden rausgeschickt. In der nächsten Zeit sollen weitere Kaufeinladungen im Kundenkreis folgen. Ein Zeitpunkt, wann die Echo-Geräte regulär verfügbar sein sollen, ist noch nicht benannt. Google hingegen hat seinen Lautsprecher für Frühjahr 2017 für den deutschen Markt angekündigt.

Digitale Assistenten „belauschen“ ständig die Umgebung

Die oberste Datenschützerin hat in einem Interview mit dem Tagesspiegel erneut ihre bereits im Mai 2016 geäußerten Bedenken bestätigt. Die Sprachassistenten seien aus Datenschutz-Gesichtspunkten kritisch zu bewerten, weil sie „ihre Umgebung ständig ‚belauschen'“ würden. Voßhoff kritisiert auch die Verarbeitung der erfassten Daten, die für die Nutzer nicht hinreichend transparent sei. Bemängelt wird auch die Tatsache, dass nicht klar ist, wie lange die Anbieter die gespeicherten Daten aufbewahren.

Daten- und Verbraucherschützer warnen vor Amazon Echo

Es bestehe keine hinreichende Sicherheit für die Daten der Nutzer, so die Kritiker. Aufgrund von Sicherheitslücken und Datendiebstählen habe diese derzeit oberste Priorität. Auch wenn Amazon verspricht, dass die Geräte abgeschaltet werden und die Daten gelöscht werden können, ist es fraglich, ob Amazon eventuell auf die gelöschten Daten zugreifen kann, so Christopher Weatherhead von der Menschenrechtsorganisation Privacy International.
Nicht zuletzt wegen dieser Bedenken würden sich laut einer Bitkom-Umfrage nur etwa zehn Prozent der Bürger in Deutschland einen solchen Sprachassistenten anschaffen. Die Vermarktung entsprechender Geräte in den USA war jedoch sehr erfolgreich. Rund drei Millionen der smarten Lautsprecher konnten innerhalb von zwölf Monaten bereits veräußert werden. (KaK)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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