Datenschutz

Microsofts Suchmaschinendienst BING will die Löschung sensibler persönlicher Daten ermöglichen

Wie bereits Google, arbeitet nun auch Microsoft daran, Betroffenen ein Löschantragsformular zur Verfügung zu stellen, mit denen sensible persönliche Daten aus der Trefferliste entfernt werden können.

Microsofts Suchmaschinendienst BING will die Löschung sensibler persönlicher Daten ermöglichen©-Thomas-Jansa-Fotolia

Microsofts Suchmaschinendienst BING will die Löschung sensibler persönlicher Daten ermöglichen©-Thomas-Jansa-Fotolia

Auslöser war das im Mai ergangene Grundsatzurteil in der Rechtssache C131/12 des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg. Der EuGH verurteilte den Suchmaschinenbetreiber Google dazu, Treffer mit sensiblen persönlichen Daten aus der Trefferliste von Suchanfragen zu entfernen, wenn der Betroffene dies wünscht und er keine öffentliche Person der Zeitgeschichte ist oder ein überwiegendes Interesse der breiten Öffentlichkeit an den entsprechenden Informationen besteht. Dies ergebe sich aus der Anwendung der EU-Datenschutzrichtlinie.

Im Zuge dessen arbeitete Google mit Hochdruck daran, den Betroffenen ein Formular anzubieten, mit dem die Löschung standarisiert beantragt werden kann. Bereits in den ersten zwei Wochen wurden über 50.000 Anträge an Google gestellt.

Nun will auch Microsoft nachziehen und erarbeitet ein spezielles Verfahren für die Bewohner der Europäischen Union, womit sie die Löschung bestimmter personenbezogener Suchergebnisse auf Bing, die bei einer Suche nach ihren Namen erscheinen, beantragen können.

Microsoft teilt dazu weiter mit:
„Angesichts der vielen Fragen, die sich bei der Umsetzung des jüngst ergangenen Urteils des Gerichtshofs der Europäischen Union stellen, wird es einige Zeit in Anspruch nehmen, ein geeignetes System zu entwickeln. Weitere Informationen über die Möglichkeit entsprechende Löschanträge zu stellen, werden wir bald zur Verfügung stellen.“

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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