Datenschutz

Medienanstalt fordert mehr Datenschutz bei HbbTV

Die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) hat einen besseren Daten- und Nutzerschutz beim TV-Standard HbbTV gefordert.

Die Anwendung des Fernsehstandards HbbTV (Hybrid Broadcasting Broadband TV) würde momentan erhebliche Schwachstellen beinhalten, so die Meldung der LfM.

©-www.choroba.de-Fotolia

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Viele der neuen Smart-TVs haben eine Schnittstelle von digitalem Fernsehempfang und Internetverbindung, Zuschauer können so nicht nur zusätzliche Informationen abrufen, sondern auch auf Mediatheken des Senders zugreifen.

Nutzungsverhalten erfasst

Allerdings werde so das individuelle Nutzungsverhalten über den Rückkanal erfasst und ausgewertet, so die LfM.

„Red Button“

Besonders kritisch sei bei HbbTV der Datenstrom über den sogenannten „Red Button“. Mit einer Einblendung wird der Zuschauer aufgefrodert, die rote Taste auf der Fernbedienung zudrücken. Damit werde unmittelbar eine Webseite vom Server des Veranstalters aufgerufen – und der Sender erfährt, dass auf ihn umgeschaltet wurde und wie lange Zuschauer welche Webseiten parallel nutzen, so die Meldung der LfM weiter.

Nutzungsprofile bilden

So können die Sender Nutzungsprofile bilden und künftig Informationsangebote und Werbung steuern. Das Problem verlagere sich zudem auf eine weitere Ebene, denn da bislang alle großen Privatsender diese Abrufe von „Google Analytics“ nachverfolgen lassen würden, erhalte auch Google Informationen über das Seh- und Nutzungsverhalten, so die LfM weiter.

Fernsehen müsse anonym bleiben

Prof. Dr. Werner Schwaderlapp, Vorsitzender der Medienkommission, betonte, das Fernsehen anonym bleiben müsse. „Der Zuschauer ahnt nicht, dass das Einschalten eines Senders vom Sender schon registriert wird, bevor er den Red Button drückt.“

Die Smart-TV-Geräte müssen datenschutzrechtlich ausgestattet werden, damit der Zuschauer der Erfassung seines Internetverhaltens widersprechen könne. Der Nutzer müsse vorher seine ausdrückliche Zustimmung geben, dass seine Daten gespeichert werden, so die Meldung weiter.

Da es keine medienkonvergente Regulierung gibt, ist eine abgestimmte Vorgehensweise erforderlich, so die LfM

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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