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„LinkNYC“ – Kostenloses WLAN in New York – Traum oder (Daten-)Alptraum?

„LinkNYC“ – so heißen die neuen Internet-Terminals in New York, die Millionen Bürgern, unzähligen Touristen und selbst Obdachlosen Zugriff zum World Wide Web versprechen. Rund 10.000 Säulen sollen in den nächsten acht Jahren stadtweit eingerichtet werden und für kostenfreien Internet-Spaß in Höchstgeschwindigkeit sorgen.

"LinkNYC" - Kostenloses WLAN in New York - Traum oder (Daten-)Alptraum? ©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

„LinkNYC“ – Kostenloses WLAN in New York – Traum oder (Daten-)Alptraum? ©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

„Die Telefonzelle von morgen“ – so die Entwickler. Doch aus Sicht der Datenschützer klingt das Ganze eher bedenklich.

Highspeed-Internet für Jedermann

Wer selbst als Tourist einmal in New York unterwegs war, kennt das Spiel. Man hangelt sich von Café zu Café, von McDonald´s zu McDonald´s, um auf den Online-Maps den kürzesten Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit nachzuschauen. Dies soll nun bald ein Ende haben. Das Signal der Internet-Säulen soll zwischen 45 und 120 Meter weit für bis zu 250 Geräte gleichzeitig reichen und die Terminals sogar über USB Anschlüsse zum Aufladen der Mobiltelefone verfügen. Integrierte Tablets ermöglichen kostenloses Surfen im Internet mit bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde und es soll sogar kostenlos über Lautsprecher oder Kopfhörer-Eingang mit Headset telefoniert werden können.

Die ersten Säulen – ca. 250 Stück an der Zahl – wurden in Manhattan bereits in Betrieb genommen und bis zum Sommer sollen es ganze 500 sein.

Zu schön um wahr zu sein?

Jede Medaille hat zwei Seiten.

Die New York Civil Liberties Union (NYCLU), eine Amerikanische Bürgerrechtsorganisation, kritisiert Aspekte des Datenschutzes. Nutzer müssten zur Benutzung ihre E-Mail-Adressen angeben. Diese und die besuchten Websites sowie die jeweilige Verweildauer ab Login würden dann von den Betreibern der WLAN-Terminals bis zu zwölf Monate lang gespeichert. Laut NYCLU bestünde hierbei die Gefahr darin, dass sich unbefugte Dritte, wie beispielsweise die Regierung oder die Polizei entsprechend Zugang zu diesen persönlichen Daten verschaffen könnten. Auch die in den Säulen integrierten Kameras und Sensoren sorgten für Aufsehen. Soll New York bald noch stärker überwacht werden?

Rasterfahndung oder freies WiFi für Alle?

Selbstverständlich kann von niemandem ausgeschlossen werden, dass die Datenspeicherung zu Missbräuchen führen und eventuell von den amerikanischen Behörden zur Aufstockung ihrer Datenbestände genutzt werden könnte. Sollte man also wirklich auf Nummer sichergehen und seine Daten schützen wollen, macht es Sinn, die entsprechenden Internet-Terminals nicht zu verwenden. Doch dann könnte man ebenfalls die Notwendigkeit der Nutzung von Social-Media-Plattformen wie „Facebook“ oder der wohl populärsten Suchmaschine „Google“ in Frage stellen.  (KaV)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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