Datenschutz

Internationale Studie: Deutschland legt den größten Wert auf Datenschutz im Internet

Am 1. März 2012 hat Google, trotz zahlreicher Kritik, seine neuen Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen in Kraft treten lassen. Der Verbraucherverband Bundeszentrale betrachtet große Teile der neuen Bestimmungen als rechtswidrig und hat Google abgemahnt. Das Unternehmen hat nun bis zum 23. März Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben.

Dies ist insofern interessant, als dass gerade in Deutschland der Datenschutz bei den Internetnutzern eine wichtige Rolle spielt: 78% der deutschen Internet-User legen Wert auf die Wahrung von Datenschutz und Privatsphäre im Internet, so das Ergebnis der internationale Studie Digital Life von TNS, die in 60 Ländern durchgeführt wurde. Damit belegt Deutschland die Spitzenposition. Allerdings werde das Internet dadurch nicht weniger intensiv genutzt, im Gegenteil: Diejenigen, für die der Datenschutz relevant ist, nutzen das Internet häufiger (durchschnittlich 16 Stunden pro Woche) als die Personen, die der Aussage nicht zugestimmt haben (durchschnittlich 14 Stunden pro Woche), so die Meldung von TNS Infratest.

Ähnlich relevant ist der Datenschutz im Internet und in sozialen Netzwerken für die User in Österreich (77% ), der Schweiz (75%) und Norwegen (74%), sowie in Südkorea (76 Prozent) und Taiwan (74 Prozent). Die wenigsten Gedanken um Datenschutz und Privatsphäre machen sich die User in Thailand (35%), Vietnam (36%) und Dänemark (37%).

Rund zwei Drittel (67%) der deutschen Nutzer von sozialen Netzwerken gaben an, dass die Menge der persönlichen Daten, die in den Netzwerken enthalten ist, beunruhigend hoch sei. Dass die Vorteile sozialer Netzwerke die Bedenken in Bezug auf die persönlichen Daten überwiegen, glaubt nur jeder vierte Nutzer (28%).

Insgesamt gehen die Deutschen mit persönlichen Profildaten im Internet so sparsam wie nur möglich um, die Zahl liegt dort bei 40%, so ein Ergebnis der ebenfalls von der TNS Infratest durchgeführten Studie „Zukunftsbilder der digitalen Welt. Nutzerperspektiven im internationalen Vergleich.“ Allerdings werde für ein interessantes Nutzungserlebnis die eine oder andere Einschränkung der Privatsphäre hingenommen, so die Meldung von TNS Infratest. Mittlerweile nutzen über die Hälfte der deutschen Internet-User regelmäßig Social Media Webseiten.

„Wenn die erste Hürde der Anmeldung überwunden ist, haben die Bedenken im Hinblick auf die dort gespeicherten Datenmengen kaum mehr Einfluss auf die Nutzungsfrequenz des jeweiligen Portals“, so Susanne Klar, Associate Director im Digital Centre von TNS Infratest. „Die Nutzer befinden sich offenbar in einem Zwiespalt zwischen ihren persönlichen Datenschutzanforderungen und der Möglichkeit zur Teilnahme an einem sozialen Netzwerk, in dem persönliche Daten auch öffentlich werden können. Sieht man einen Nutzen in diesen Angeboten wie z.B. die Möglichkeit mit den Freunden zu chatten oder sich auszutauschen, sind die Datenschutzbedenken jedoch auch schnell vergessen oder werden einfach verdrängt.“

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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  1. […] einen hoher Stellenwert. So ergab die internationale Studie Digital Life von TNS, auf die hier verwiesen wird, dass 78% der deutschen Internetnutzer Wert auf Privatsphäre und Datenschutz legen. […]

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