Datenschutz

Fitnessarmbänder – Warnung vor Zugriff auf sensible Daten

Justizminister Heiko Maas hat betont, dass er die Verwendung von sensiblen persönlichen Daten aus Fitness-Trackern zur Berechnung von Krankenkassenbeiträgen ablehnt. Maas hat dabei datenschutzrechtliche Bedenken. 

Fitnessarmbänder – Warnung vor Zugriff auf sensible Daten ©-IckeT-Fotolia

Fitnessarmbänder – Warnung vor Zugriff auf sensible Daten ©-IckeT-Fotolia

Fitnessarmbänder im Trend

Immer mehr Hobby- und Amateursportler nutzen Fitnessarmbänder und Apps, um die eigene Leistungsfähigkeit digital zu dokumentieren. Dabei können Fitnessarmbänder die Herzfrequenz, die Schrittgeschwindigkeit, die Muskelanstrengung oder die Häufigkeit und konkrete Dauer sportlicher Betätigung messen. Sportler können sich so einen guten Eindruck über die eigene gesundheitliche Verfassung und das eigene Trainingspensum verschaffen.

Krankenkassen möchten Daten von Fitness-Trackern nutzen

Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, hatte sich dafür stark gemacht, dass die elektronische Patientenakte von Kunden der Krankenkasse zukünftig um die Daten aus Fitnesstools erweitert wird. Seiner Meinung nach könnten die gewonnenen Informationen über den gesundheitlichen Zustand einer Person bei der ärztlichen Behandlung und vorsorglichen Information der Kunden helfen. Auch der Patientenbeauftragte der Bundesregierung bewertet die elektronische Patientenakte als grundsätzlich sinnvoll. Auch die gesammelten Informationen von Fitnessarmbändern könnten seiner Meinung nach eine positive Erweiterung der Speicherdaten sein. Er betont aber auch, dass kein Kunde zur Weitergabe der Daten gezwungen werden dürfte.

Justizminister Maas betont das Recht auf Privatsphäre

Bundesjustizminister Maas betont, dass er eine Tarifstruktur von Krankenkassenbeiträgen, die in Zusammenhang mit persönlichen Daten von Fitness-Trackern erstellt wird, grundsätzlich ablehnt. Seiner Meinung nach dürfe niemand faktisch zur Veröffentlichung von intimen Daten wie Herzfrequenzen, der Geschwindigkeit beim Joggen oder die Häufigkeit des Trainings gezwungen werden. Privatpersonen könnten von den ausgewerteten Gesundheitsdaten sicherlich profitieren, doch dürften Bürger nicht zur Veröffentlichung sensibler Daten durch die Aussicht auf möglicherweise niedrigere Krankenkassenbeiträge gedrängt werden.

Politiker der Grünen zweifeln an der Aussage des Bundesjustizministers

Die Vorsitzende des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz, Renate Künast, wunderte sich über den Vorstoß von Heiko Maas. Sie sagte: „“Im vergangen Jahr hat Maas seine Partei noch überzeugt, dass alle Menschen in Deutschland ihre intimen Kommunikationsdaten von Privatunternehmen speichern lassen“. (NIH)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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