Datenschutz

Facebook-User aufgepasst: Standort der Nutzer wird getrackt!

Die meisten Facebook-Nutzer kennen das Gefühl: Personen, die einem als Freunde auf der Plattform vorgeschlagen werden, hat man zwar häufig schon einmal gesehen und scheinen einem vermeintlich bekannt, sie aber einzuordnen fällt schwer. Den neuesten Nachrichten zufolge wissen wir nun auch, womit das zusammenhängt. Unter anderem dienen die Standortdaten des Handys als wertvolle Quelle für das Unternehmen, uns Personen als Freunde vorzuschlagen. Dies hatte Facebook so selbst zunächst bestätigt, später dann aber dementiert.

Facebook-User aufgepasst: Standort der Nutzer wird getrackt! © simsalabin1-Fotolia

Facebook-User aufgepasst: Standort der Nutzer wird getrackt! © simsalabin1-Fotolia

Facebook späht Standort aus

Die Facebook-Methode funktioniert wie folgt: Unter der Rubrik „Personen, die du kennen könntest“ werden einem Personen vorgeschlagen, mit denen man sich zunächst ein oder mehrmals am gleichen Ort aufgehalten hat. Zusätzlich teilt man mit diesen Personen ein weiteres Merkmal wie überlappende Netzwerke, oder den Beruf. Es wird also nicht alleine auf den Standort abgestellt, dieser spielt aber bei der Ermittlung eine zentrale Rolle. Ohne dessen Ermittlung käme der Freundschafts-Vorschlag letztlich nicht zustande.

Anonymität ist bedroht

Herausgekommen ist diese neue Praxis von dem sozialen Netzwerk durch eine Berichterstattung des Portals „Fusion“, in der ein Mann von einem ungewöhnlichen Freundschaftsvorschlag erzählte, den er sich nicht so recht erklären konnte. Er war am Tag zuvor zu einer Selbsthilfegruppe gegangen, und aus dieser Gruppe wurde ihm am nächsten Tag einer der Teilnehmer als Freund bei Facebook vorgeschlagen. Da er zuvor weder mit dieser Person Kontakt gehabt hatte, noch irgendwelche Daten dieser Person auf seinen Geräten oder Accounts gespeichert hatte, konnte die Verbindung nur über den Standort hergestellt worden sein.

Kritiker warnen: Insbesondere dort, wo äußerste Anonymität geboten ist – eben in Fällen von Selbsthilfegruppen beispielsweise –, missachte die Facebook-Strategie jegliche Datenschutzrechte des Bürgers.

Facebook bestätigt Praxis zunächst, widerruft dann wieder

Dass Facebook auf Standortdaten des Handys zurückgreife, wurde zunächst von Seiten des Unternehmens bestätigt, später dann aber wieder widerrufen. Ein Sprecher sagte: „Wir zeigen dir Vorschläge für Menschen basierend auf gemeinsamen Freunden, Arbeit und Bildungsinformationen, Netzwerken, zu denen du gehörst, von dir importierten Kontakten und vielen andere Faktoren.“ Unter einen dieser „anderen Faktoren“ lässt sich also der Standort des Smartphones subsumieren, so hatte es das Unternehmen selbst zunächst bestätigt. Im Anschluss hatte es sich auch nicht mehr dazu geäußert, wie eine derartige Verbindung im Falle des aufgeführten Beispiels der Selbsthilfegruppe ansonsten zustande gekommen sein soll.

Zugriff stoppen durch Blockade

Was aber kann der Nutzer gegen diesen Zugriff machen? Facebook hat letztlich eine passende Einstellung vorgesehen. Die Einstellung, um einen derartigen Zugriff zu verhindern, muss jedoch erst einmal gefunden werden. Sie befindet sich unter den Datenschutzeinstellungen, unter denen der Standortzugriff gesperrt werden kann. Dass diese Option grundsätzlich aktiviert ist, von den Nutzern selbst also aktiv gesperrt werden muss, dürfte Vielen nicht bekannt sein.

Achtung: ein Appell an alle Facebook-User – aufgepasst!

Grundsätzlich dient der Fall als erneute Warnung, von Zeit zu Zeit seine Einstellungen zu kontrollieren, da Facebook regelmäßig Neuerungen und Veränderungen dieser Art vornimmt, die in die Datenschutzrechte der Nutzer eingreifen. Verhindern lässt sich dies häufig nur, indem man seine Datenschutz-Einstellungen immer wieder anpasst. (SaR)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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