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Facebook führt Freundschaftschroniken ein

Nachdem nun Facebook die Chronik für das eigene Benutzerprofil eingeführt hat, kommt nun die Chronik für Paare und Freunde und ohne, dass man etwas daran ändern könnte.

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© simsalabin1-Fotolia

Bisher erstrahlten nur die eigenen Benutzerprofile auf Facebook in neuer Chronikoptik. Nun macht sich Facebook daran, Freundschaftsseiten auch in ein neues Format  umzuwandeln. Die bereits schon länger bekannten Freundschaftsseiten sollen nun auch dem Chronikdesign angepasst werden.  Dafür verwendet Facebook die Informationen und  Daten, die der einzelne Nutzer freigegeben hat und  legt diese auf einer gemeinsamen Chronik zusammen.

 

Um das gemeinsame Profilbild wird sich zunächst auch fürsorglich von Facebook gekümmert. So wird aus den beiden Profilbildern  der beteiligten Personen ein gemeinsames Bild erstellt  und als Titelbild erscheint automatisch ein Foto, auf dem die beiden Personen irgendwann einmal gemeinsam markiert wurden.

 

Problematisch bei den Freundschaftschroniken, sie können nicht deaktiviert werden, auch wenn es sich bei der Freundschaft eher um eine flüchtige Bekanntschaft handelt. Zudem können auch bei Wunsch die Freundschaftschroniken gemeinsamer Freunde angeschaut werden. So erfährt man nicht nur, für was sich beide interessieren, sondern man entdeckt auch Bilder, auf denen beide markiert sind, Beiträge, die sie ausgetauscht haben und an welchen Orten sie gemeinsam waren.  Also eine einfache und übersichtliche Zusammenfassung einer Freundschaft von gemeinsamen Freunden.

 

Aber nicht nur Freundschaftschroniken sind inzwischen eingeführt, sondern auch Paare haben nun ihre gemeinsame Chronik. Sobald der Beziehungsstatus öffentlich gemacht wird,  kann nun jeder, der durch Privatsphäreneinstellung  dazu berechtigt ist, die automatisch von Facebook  erstellte Partnerchronik einsehen. Abstellen, ohne vorher den Beziehungsstatus zu löschen, funktioniert hier leider auch nicht.

 

Nach Angaben von Facebook wird beim Zusammenlegen der Seiten streng auf  die „Privatsphäreneinstellungen der beteiligten Chroniken“ geachtet und somit auch nur die zugelassenen Informationen freigegeben.

Trotzdem hätte Facebook ihren Nutzern  die Möglichkeit einräumen sollen, selbst zu entscheiden, mit wem sie eine Freundschaftschronik teilen wollen oder nicht. Zumindest die Option der Deaktivierung wäre für die Zukunft wünschenswert.

 

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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