Datenschutz

Deutschland nutzt überdurchschnittlich „Recht auf Vergessen“

Der Europäische Gerichtshof hat im Mai 2014 geurteilt, dass Einzelpersonen bei Suchmaschinenbetreibern wie Google beantragen können, dass Suchergebnisse zu ihrem Namen entfernt werden. Jetzt hat Google einen Transparenzbericht vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Deutschen überdurchschnittlich viel von diesem Recht Gebrauch machen. 

Insgesamt seien seit des Gerichtsurteils 148.819 Ersuche bei Google eingegangen, in 41,6 % der Fälle sei dem Wunsch auf Löschung entsprochen worden. Aus Deutschland kamen dabei 25.493 Ersuche, in 52,9% der Fälle kam Google dem „Recht auf Vergessen“ nach.

interntaionaltradebigAls Beispiel für einen Löschantrag nennt Google einen Fall, in dem ein Vergewaltigungsopfer gebeten hat, einen Link zu einem Zeitungsartikel zu entfernen, in dem über die Tat berichtet wird. Dem sei das Unternehmen nachgekommen, heißt es im Transparenzbericht von Google.

Deutschland auf vorderen Plätzen

Damit liegt Deutschland hinter Österreich auf dem zweiten Platz, was die Quote der Löschung angeht. Dort wurden bei 2.905 Ersuchen sogar 53,8% der beanstandeten URLS entfernt. Auf Platz drei, mit einer Löschquote von 51,4%, liegt Frankreich, das allerdings mit insgesamt 29.553 Ersuchen Spitzenreiter bei der Anzahl der Ersuche ist.

Facebook vorn

Die meisten gelöschten Seiten betreffen übrigens Facebook, wo insgesamt 3379 URLs entfernt werden mussten.

Laut des Urteil des Gerichtshofs müssen Suchmaschinenbetreiber jedes Löschungsersuchen einer Einzelperson prüfen und dürfen bestimmte Ergebnisse nur dann weiterhin anzeigen, wenn ein öffentliches Interesse an den Informationen besteht.

Den Transparenzbericht von Google finden Sie hier

Die Kanzlei Wilde Beuger Solmecke hat ein Musterschreiben verfasst, das jeder Betroffene an Google schicken kann, um einen Löschungsantrag zu stellen.

Das Muster zum Löschungsantrag ist hier verfügbar.

Muster für den Antrag auf Löschung nach EuGH Urteil zum “Recht auf Vergessenwerden” (Urt. v.13.05.2014, Az.: C-131/12) von Wilde Beuger Solmecke ist lizensiert unter einer

Creative Commons Lizenzvertrag
Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Eine Anleitung zur Verwendung finden Sie hier

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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