Datenschutz

Datenschutzrisiko – Sparkassen lehnen „Googles Geldbörse“ Google Wallet ab

Nach aktuellen Berichten, unter anderem auf datenschutzbeauftragter.info, wurde vor einigen Tagen das Google Bezahlsystem „Google Wallet“ in den USA eingeführt. Die deutschen Sparkassen wollen mit diesem System aber derzeit aus Datenschutzgründen nicht arbeiten. 

„Google Wallet“ ermöglicht die Zahlung mit dem Smartphone. Dabei wird mit der Funktechnik „Near Field Communication“ (NFC) gearbeitet, welches die Daten verbindungslos oder verbindungsbehaftet überträgt. Die Sprecherin von Google wirbt damit, dass mit diesem Bezahlsystem das Handy zur Geldbörse würde. Auch die Deutsche Bahn testet bereits mit „Touch&Travel“ seit 2008 ein solches NFC-Abrechnungssystem für Bahnreisen.

Das Problem: die verbindungslose Übertragung der Daten hat zur Folge, dass Angriffe Dritter nicht auszuschliessen sind. So wird das eigene Handy zwar zunächst einmal zum zweiten Portmonnaie, aber über dieses hat der Nutzer keine echte Verfügungsgewalt, kann sich aber jedenfalls nicht sicher sein, dass die eigenen Daten von Unbefugten abgegriffen werden.

Entsprechend lehnt die Deutsche Sparkasse derzeit die Zusammenarbeit mit Google auf diesem Gebiet ab. „Erst wenn deutsche Anforderungen an den Datenschutz erfüllt werden, kann man über eine Kooperation mit Google nachdenken“, so Wolfgang Adamiok vom Sparkassenverband DSGB laut focus.de.

Zwar werde die Technologie NFC auch in der Sparkassencard verwendet, hier bleibe aber die Zahlungshoheit und die Datensicherheit bei den Banken. Anders beim Smartphone, wo man bei der Übertragung eben nicht genau weiß, was mit den Daten geschieht.

Die Haltung der Banken wird kritisch betrachtet, doch bei so sensiblen Informationen wie den Bezahl-Daten kann man nicht vorsichtig genug sein, so dass der alte Spruch hier wieder zu neuem Leben erwacht: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Solange es also sicherere Methoden gibt, sollte man diese auch weiter nutzen.

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. BarneyBellic [Mobile] sagt:

    Ich würde diese Art zu bezahlen sowieso nicht nutzen, zum einem, weil Google vermutlich wieder genau dokumentiert was ich wo gekauft habe, und ich das bezahlen mit dem Handy zu unsicher finde.

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