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Datenschutzrechtliche Diskussion um Telematik – Tarife der Allianz

Der Versicherungsriese Allianz stellte am vergangenen Donnerstag einen Telematik Tarif vor, bei dem der persönliche Fahrstil bei der Berechnung der Versicherungsprämien berücksichtigt wird. Hohes Tempo und heftiges Beschleunigen und Bremsen könnten einen negativen Einfluss auf den Versicherungsbeitrag haben; vorsichtiges Fahren dagegen belohnt werden.

 Datenschutzrechtliche Diskussion um Telematik - Tarife der Allianz ©-IckeT-Fotolia

Datenschutzrechtliche Diskussion um Telematik – Tarife der Allianz ©-IckeT-Fotolia

Während sich in anderen Ländern die Telematik-Tarife bereits unter dem  Namen „Pay as you drive“ etabliert haben, sind in Deutschland  die Allianz sowie die HUK-Coburg, die ebenfalls im Laufe des Jahres in das Geschäft einsteigen will, die ersten Versicherungen, die die Tarife in großem Stil anbieten möchten.

Wettbewerbsvorteil durch Telematik

Im Fokus der Versicherer sind insbesondere junge Fahranfänger. Erfahrungsgemäß verursacht diese Gruppe im Straßenverkehr die meisten Unfälle, entsprechend hoch sind die zu zahlenden Beiträge. Die Anbieter erhoffen sich aus den Telematik-Tarifen einen Wettbewerbsvorteil, indem sie überwachten Fahrern, auch wenn sie zu der Risikogruppe der Fahranfänger gehören, günstigere Tarife anbieten können.

Die Übermittlung der Daten soll bei dem Modell der Allianz, anders als bei anderen Pilotprojekten, nicht über eine Black Box, sondern über eine App für das Smartphone erfolgen. Innerhalb der App verbindet sich der Nutzer über einen Bluetooth-Stecker, der in den Zigarettenzünder gesteckt wird, mit dem Fahrzeug. Dieser Stecker soll sicherstellen, dass nur Fahrten im versicherten Fahrzeug aufgezeichnet werden.

Datenschutzrechtlich bedenklich

Datenschützer betrachten die Entwicklung um die Telematik-Tarife skeptisch. Die Tendenz, persönliche Daten zu verkaufen, um ein wenig Geld zu sparen, sei gesellschaftspolitisch sehr bedenklich, sagt Nils Schröder, Pressesprecher des nordrhein-westfälischen Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (LDI NRW). Ferner fürchteten er und seine Kollegen, dass solche Tarife für Auto-, Kranken-, oder Lebensversicherungen nur der Anfang sind und bald auch viele andere Lebensbereiche davon betroffen sein könnten. (FRB)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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