Datenschutz

Datenschutz bei Verwendung von Android-Apps

Der Hessische Datenschutzbeauftragte hat ein Dokument veröffentlicht, in dem die erforderlichen Berechtigungen für den Zugriff auf personenbezogene Daten bei der Verwendung von Android-Apps und die betreffende datenschutzrechtliche Situation dargestellt werden.

 

Datenschutz bei Verwendung von Android-Apps © SIGNTIME - Fotolia

Datenschutz bei Verwendung von Android-Apps © SIGNTIME – Fotolia

Aufgabe für App-Anbieter – Transparenz für Android App-Nutzer herstellen!“, so der Apell des Hessischen Datenschutzbeauftragten. Dieser geht auf Beschwerden von Nutzern des Betriebssystems Android zurück. Untersucht wurde von der hessischen Behörde daher, ob Bedeutung und Funktionsweise von systeminternen Berechtigungen – die eine App unter Android-OS benötigt – von den Betroffenen lediglich missverstanden werden, oder ob Android-Apps unzulässig personenbezogene Daten nutzt.

Wichtiges Prinzip: Die Datensparsamkeit

Der Datenschutzbeauftragte beleuchtet in seinem Dokument zunächst die allgemeine Funktion von Berechtigungen von Apps unter Android. Anschließend werden dann verschiedene Berechtigungen anhand des Beispiels einer Navigations-App analysiert und auf ihre Erforderlichkeit für die Erbringung des Dienstes hin untersucht. Denn dies ist eine zentrale datenschutzrechtliche Frage. Relevant ist das Ergebnis dann, wenn keine Einwilligung zur Nutzung von Daten vorliegt, um die Daten im Rahmen von gesetzlichen Erlaubnistatbeständen rechtmäßig verarbeiten zu können. Jedoch auch im Hinblick auf das vom Datenschutzbeauftragten häufig angesprochene Prinzip der Datensparsamkeit muss hinterfragt werden, ob eine Berechtigung zur Erbringung des Dienstes erforderlich ist.

Tatsächliche Verwendung der Berechtigung ausschlaggebend

Nach Ansicht des Datenschutzbeauftragten sei allein die tatsächliche Verwendung der eingeräumten Berechtigungen relevant für die datenschutzrechtliche Bewertung, nicht etwa die bloße Beschreibung der Verwendungsmöglichkeiten dieser Berechtigungen in den Informationen oder Nutzungsbedingungen. Die tatsächliche Verwendung wird geprüft und an den gesetzlichen Maßstäben gemessen. Interessanter Aspekt: Eine neue App verlangt teilweise mehr Berechtigungen, als für die Nutzung unter der aktuellsten Version erforderlich sind, wenn sie abwärtskompatibel, also kompatibel mit älteren Android-Versionen, sein soll. Der Apell des Datenschutzbeauftragten an App-Anbieter lautet konkret, umfassende Angaben zu zwei Leitfragen zu machen: Welche Berechtigungen werden für welche Softwarefunktionalität gebraucht und wie werden die dadurch gewonnen Daten verarbeitet?

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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