Datenschutz

App Snapchat gibt Fotos an die Behörden weiter

Ein Nutzer der die Bilder mit Snapchat versendet, hat nur wenige Sekunden Zeit um die anzuschauen. Laut dem App-Entwickler werden täglich circa 350 Millionen Fotos gelöscht. Nun stellt sich heraus, dass es durchaus ein paar Ausnahmen  gibt.

Die Ermittlungsbehörden haben Zugriff auf die Fotos

Die Softwareentwickler geben an, dass die Fotos nach einigen Sekunden unwiederbringlich gelöscht werden. Daher ist das Programm bei den Nutzern in Amerika so beliebt. Nun wurde in einem Blogbeitrag erläutert, wie und unter welchen Voraussetzungen die ermittelnden Behörden auf die Fotos Zugriff erlangen können.

Die Bilder, die mit Snapchat versandt wurden, werden auf einem Server abgelegt. Dort werden die gelagert, solange bis der Empfänger die angesehen hat. Nach dem das Foto geöffnet wurde, kann der Empfänger das Bild nur wenige Sekunden anschauen- danach wird das Bild unwiderruflich gelöscht. Das Bild wird sowohl von Server als auch vom Telefon des Nutzers entfernt.

Die Praxis zeigt, dass die Bilder an die Behörden weitergeleitet werden. Dafür ist jedoch ein richterlicher Beschluss notwendig. Es können lediglich die Bilder weitergeleitet werden, die noch auf dem Server vorhanden sind und noch nicht vom Nutzer angeschaut wurden.

Entwicklung und Tendenzen

Über die Zahl der User die diese App nutzen, macht das Unternehmen keine Angaben. Es ist jedoch bekannt, dass derzeit circa 350 Millionen Fotos mit Hilfe von Snapchat versendet werden. Im Juni lag die Zahl noch bei 200 Millionen.

Die Useranzahl dieser App steigt rapide. Snapchat wird lediglich mit dem Giganten Facebook verglichen. Nach Schätzungen der US-Risikokapitalgesellschaft Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB) werden bei Facebook derzeit ebenfalls 350 Millionen Fotos geteilt.

Warum wird Snapchat verwendet?

Die Verwendung dieser App ist attraktiv, weil die Nutzer die Möglichkeit bekommen, bekannte soziale Konventionen zu umgehen, die z.B. durch Facebook vorgegeben werden.

 

 

 

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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