Computerstrafrecht

Promi-Hacker muss für zehn Jahre ins Gefängnis

Der 36-jährige Christopher Chaney wurde in den USA zu zehn Jahren Haft und zu einer Geldstrafe von 76.000 US-Dollar verurteilt. Grund für die Verurteilung waren mehr als 50 Cyber-Attacken gegen Prominente.

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©-Erwin-Wodicka-Fotolia

Zu seinen Opfern gehörten u. a. Christina Aguilera, Scarlett Johansson und Mila Kunis. Chaney gab zu, mindestens elf Monate lang wiederholt in Mail-Accounts eingebrochen zu sein. Er hackte ihre Konten, griff auf private Fotos und Informationen zu und verbreitete sie im Internet.

Durch die Hacker-Angriffe auf Computer und Smartphones der Prominenten waren auch gewagte Bilder von Sängerin Christina Aguilera im Netz erschienen, Fotos der Schauspielerin Mila Kunis zeigten sie in der Badewanne. Von Schauspielerin Scarlett Johansson tauchten sogar Nacktfotos im Netz auf. Die Schauspielerin hatte die Bilder selbst zu Hause vor einem Spiegel mit einer Handykamera aufgenommen. Auch die Sicherstellung seiner Privatrechner durch das FBI hinderte Chaney nicht daran, um in ein weiteres Mail-Konto einzubrechen. Die gefundenen Fotos und Informationen teilte er mit einem anderen Hacker und gab sie an zwei Boulevard-Websites weiter.

Dem Hacker drohten sogar 60 Jahre Haft. Der Angeklagte habe den Opfern mit dem Eindringen in deren Privatsphäre eine „unglaubliche Missachtung“ entgegengebracht, führte der Richter in der Urteilsbegründung aus. Er merkte weiterhin an, dass extremes seelisches Leid ebenso verheerende Folgen wie körperliche Verletzungen haben könne.

 

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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