Computerstrafrecht

Online-Shop-Betrug: 1 Millionen Euro Schaden

Das Landgericht Augsburg hat den 23-jährigen Kopf einer dreisten Betrügerbande zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Der Angeklagte und seine Komplizen hatten in den vergangenen Jahren circa 190 Online-Shop eingerichtet und Notebooks, Werkzeuge und Haushaltsgeräte gegen Vorkasse verkauft, die Ware jedoch nie geliefert.

Daneben entlockten die Betrüger Kontodaten und PIN von Bankkunden und buchten so insgesamt 200.000 Euro ab.

Angeklagt wurde der Haupttäter unter anderem wegen banden- und gewerbsmäßigen Betruges, Datenfälschung und Ausspähung von Daten.

Um die Online-Shops seriös erscheinen zu lassen, kopierten die Betrüger die Internetauftritte tatsächlich bestehender Online-Shops.

Dieses Vorgehen führt letztendlich auf die Spur der Täter. Das Impressum eines gefälschten Shops verwies auf einen schwäbischen Online-Shop. Als sich Kunden vermehrt über nicht gelieferte Waren beschwerten, wurde der Unternehmer aufmerksam und informierte die Polizei.

 

Aufgrund seiner einschlägigen Vorstrafen fiel das Urteil für den Angeklagten sehr hoch aus.

Die Verteidiger kündigten Revision gegen das Urteil an.

 

Das sollten sie beim Online-Shopping immer beachten:

1.Nicht vom Preis blenden lassen. Sind Waren auffällig günstiger (30-40%) sollte Vorsicht das oberste Gebot sein! Google-Preisvergleich kann hier hilfreich sein. Setzt sich ein Angebot besonders ab sollte man stets kurz recherchieren: Warum ist die Ware hier so günstig?

2.Betreiber von Fakeshops führen die Seiten meist nur kurz. Demnach sollte man nachschauen wie lang diese Seite schon online ist oder schon irgendwo als Fakeshop gemeldet ist. Netcraft.com oder united-domains.com bieten hier Hilfe.

3.Bei Shops die nur Vorkasse oder andere anonyme Zahlungsmethoden angeben sollte man aufpassen

4.Ausländische Adressen im Impressum sind stets mit Skepsis zu beäugen

5.Bei Skepsis den Shop googlen und auf Beschwerden von Kunden achten

6.Shops mit Gütesiegel sind stets zu bevorzugen (Trusted Shops)

Ist es schon zu spät und sie sind auf einen Fakeshop hineingefallen?
Dann sollten sie sofort Strafanzeige erstatten. Dies ist vor allem im Sinne auf Akteneinsicht sehr wichtig und so ob man sein Geld zurückerhalt. Zusätzlich sollte man Google-News abonnieren, um auf dem aktuellen Stand über den Shop zu bleiben und dementsprechend reagieren zu können.

Natürlich könnt ihr euch auch an uns wenden und wir stehen euch dann mit rechtlichem Rat zur Seite.

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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