Computerstrafrecht

Hacken leicht gemacht

Mit einem neuartigen Tool können angeblich schon mit einem einzelnen Rechner Server lahmgelegt werden. Ausprobieren sollte man das aber nicht, weil sonst strafrechtliche und zivilrechtliche Konsequenzen drohen.

Nach einer Meldung etwa bei golem und heise online sollen deutsche Hacker ein Programm zum Herunterladen zur Verfügung gestellt haben, das es in sich hat. Damit können angeblich schon mit einem einzelnen Notebook mittelgroße Webserver außer Gefecht gesetzt werden. Dies erleichtert Hackern das Ausführen von Attacken, weil sie dafür keine Rechnerkapazitäten mehr anzumieten brauchen.

Als User sollten Sie sich dieses Programm gar nicht zulegen. Durch das Lahmlegen von Rechnern begehen Sie eine Computersabotage im Sinne von § 303 b Abs.1 Nr. 2, Abs. 2 StGB. Dies ergibt sich aus dem Urteil des Landgerichtes Düsseldorf vom 22.03.2011 (Az. 3 KLs 1/11). Neben einer Geldstrafe müssen Sie in schweren Fällen auch mit der Verhängung einer Freiheitsstrafe rechnen. Dies gilt vor allem, wenn Sie gewerblich handeln. Darüber hinaus müssen Sie auch mit hohen Schadensersatzforderungen rechnen.

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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