Computerstrafrecht

Achtung: Kriminelle Abzocker geben sich als BKA aus!

Wenn Sie eine Mitteilung auf Ihrem Computer vorfinden, die von der Bundespolizei oder vom Bundeskriminalamt kommen soll, ist dies eine sog. Scareware. Diese soll Sie dazu bringen, mittels UKash oder über die digitale Währung „Paysafecard“ Zahlungen von 100,-€ zu leisten, um die Löschung Ihrer Festplatte zu verhindern!

 

In der angeblich vom BKA stammenden, amtlich aufgemachten Mitteilung ist eine IP-Adresse angegeben, die zu dem entsprechenden Anschluss geführt haben soll. Besonders perfide ist, dass der Vorwurf lautet:   „ Dateien mit pornographischen Inhalten, Kinderpornographie, Sodomie und Gewalt gegen Kinder „  seien auf dem Computer festgestellt worden. Es seien Emails mit terroristischen Hintergründen verschickt worden.

Um die Sperre des Computers aufzuheben, müsse man einen Betrag von 100,-€ innerhalb von 24 Stunden zahlen. Dem sollten Sie nicht nachkommen. Es handelt sich laut BKA um versuchten Betrug! Amtliche Stellen würden niemals eine derartige Zahlung verlangen. Schon gar per Ukash oder Paysafecard. Bei diesen Zahlungswegen ist der Empfänger unbekannt. Dies dient nur dazu, dass die ahnungslosen Opfer ihr Geld nicht einklagen können.

 

Sollte Ihnen dieses passiert sein, ist es wahrscheinlich, dass sich Schadsoftware auf Ihrem Computer befindet. Sie sollten sich – falls Sie als User Laie sind – einen IT-Fachmann zur Beseitigung des Problems  zu Hilfe nehmen. Der wird durch eine virenfreie System- / Boot- CD den Rechner booten und das Virenschutzprogramm überprüfen. In der Regel werden Viren automatisch entfernt. Sie sollten darauf achten, Dateien immer zu sichern! Der Fachmann wird dann die Ursache der Vireninfektion feststellen. Seien sie nie zu vertrauensvoll und beachten Sie immer die Sicherheitshinweise zum Schutz Ihres Computers!

 

Wenn Sie das Opfer von derartigen Praktiken geworden sind, können Sie sich gerne an uns wenden.

Quellen:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (3)

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  1. Klaus Litze [Mobile] sagt:

    Das sind Infos, die den Betroffenen die Angst nehmen und helfen, angemessen zu reagieren! Weiter so !

  2. Pinga$ [Mobile] sagt:

    Find ich auch

  3. Ja, ich hatte auch schon so eine Email, die angab, das wort Steckdose hätte einen pornographischen oder rassistischen Hintergrund. Strafantrag wurde gestellt, jedoch weil dieses Land bekanntlich ein „Rechtsstaat“ ist, kann der Absender nicht belangt werden, nur, weil er sich Freiherr nennt und Wessi ist. Ein Ossi wäre garantiert längst im Steinbruch.
    Soviel zum Thema „Rechtsstaat“.

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