Arbeitsrecht

Bundesarbeitsgericht: Zukleben von Mund rechtfertigt Kündigung!

Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden (Az. 2 AZR 156/11), dass einem Lehrer gekündigt werden darf, der die Münder seiner Schüler zwecks Disziplinierung mit Tesafilm verklebt.
 

BAG Zukleben Mund Kündigung

Bildnachweis: Ferkelraggae | Fotolia

In diesem Fall bedarf es keiner vorhergehenden Abmahnung. Denn selbst wenn man davon ausginge, dass sich ein solcher Vorfall nach einer Abmahnung nicht mehr wiederholen würde, „wäre der Pflichtenverstoß als so schwerwiegend einzustufen, dass dem beklagten Land schon die erstmalige Hinnahme nicht zuzumuten wäre“. Denn das Vertrauen in ihren nötigen Respekt vor der „Verletzlichkeit und Würde der ihr anvertrauten jungen Personen“ wäre derart zerstört, dass eine Wiedergutmachung nicht mehr möglich ist.

In dem konkreten Fall ist der eigentliche Vorwurf jedoch noch streitig. Die Lehrerin behauptete, es ginge um eine Neckerei zwischen Lehrerin und zwei Schülern, in deren Verlauf der Tesastreifen auf die Wange geklebt wurde. Die Schüler behaupten jedoch, dieser sei ihnen auf den Mund geklebt worden. Dies wäre dann sogar von strafrechtlicher Relevanz, als Beleidigung bis hin zu einer Nötigung.

Michael Beuger ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE. Er hat sich auf die Beratung mittelständischer Unternehmen aus der Bau-, Lebensmittel-, Kosmetik- und Werbebranche in allen wichtigen Wirtschaftsfragen, spezialisiert.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.