Arbeitsrecht

Vorstellungsgespräch: Keine Fahrtkostenerstattung bei Verspätung

Ein Bewerber, der verspätet oder gar nicht zu einem Vorstellungsgespräch erscheint, hat keinen Anspruch auf Erstattung der Fahrtkosten. Dies hat das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz entschieden.

Der Kläger bewarb sich beim Beklagten auf eine Stelle und vereinbarte mit diesem einen Termin für ein Vorstellungsgespräch in der Firma. Eine Anfahrskizze wurde ihm dabei zur Verfügung gestellt. Der Kläger konnte die Örtlichkeit jedoch nicht finden, so dass das Vorstellungsgespräch nicht stattfand. Dennoch verlangte er die Fahrtkosten in Höhe von 62,- Euro.

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz wies die Klage mit Urteil vom 07.02.2012 (Az. 3 Sa 540/11) ab. Eine Rechtsgrundlage für die Forderung des Klägers bestehe nicht. Grundsätzlich müsse der Arbeitgeber zwar alle Aufwendungen, die ein Bewerber für erforderlich halten durfte, ersetzen. Allerdings besteht dann kein Aufwendungsersatzanspruch nach §§ 670, 662 BGB, wenn der Bewerber den ihm erteilten Auftrag zur Teilnahme an dem vereinbarten Vorstellungsgespräch nicht ordnungsgemäß erfüllt.

Der Kläger hätte pünktlich erscheinen müssen. Er trägt das Risiko, wenn er die Adresse des Unternehmens nicht findet und sich aus diesem Grund verspätet.

Der Bewerber müsse so früh losfahren, dass er anschließend ausreichend Zeit zum Suchen der Adresse hat. Dies hatte der Kläger nicht berücksichtigt.

Michael Beuger ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE. Er hat sich auf die Beratung mittelständischer Unternehmen aus der Bau-, Lebensmittel-, Kosmetik- und Werbebranche in allen wichtigen Wirtschaftsfragen, spezialisiert.

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