Typische Problemfelder im Arbeitsvertrag

Ein Arbeitsvertrag bindet sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer. Sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer ist es existentiell wichtig vertragliche Rechte und Pflichten im Vorfeld möglichst detailliert zu verschriftlichen. Erst ein ausführlicher Arbeitsvertrag, der die beiderseitigen Pflichten der Vertragsparteien möglichst transparent regelt, schafft die Basis für eine vertrauensvolle und gewinnbringende Zusammenarbeit.

Bei der Ausgestaltung eines Arbeitsvertrages müssen zukünftige Problemschwerpunkte erkannt werden, um so möglicherweise entstehenden Konflikten möglichst gut vorbeugen zu können. Nicht nur der Arbeitnehmer hat ein Interesse daran seine Arbeitskraft einem Unternehmen anzubieten. Auch die Arbeitgeberseite hat ein Interesse daran die passenden Arbeitnehmer verpflichten zu können. Arbeitnehmer sollten sich bei Vertragsverhandlungen ihres Wertes für das Unternehmen bewusst sein. So lassen sich durch geschicktes Verhandeln oftmals auch – von Unternehmen in einem ersten Schritt – vorgegebene Klauseln noch abändern.

Vertrag sollte so präzise wie möglich gestaltet sein

Bei der Ausgestaltung von Arbeitsverträgen sollten Arbeitnehmer generell darauf achten, dass die eigenen zukünftigen Tätigkeits- und Verantwortungsbereiche deutlich beschrieben werden. Im Hinblick auf das bestehende Direktionsrecht des Arbeitsgebers, gilt es für Arbeitnehmer möglichst sichere Klauseln zu vereinbaren, die eine einseitige Verschlechterung der eigenen Position möglichst verhindern. Entsteht in einem laufenden Arbeitsverhältnis z.B. Streit darüber an welchem Ort gearbeitet werden müsse oder welche Aufgaben ohne eine Lohnerhöhung übernommen werden müssen, helfen klare arbeitsvertragliche Klauseln bei der Kommunikation und nötigen Konfliktbeilegung mit dem Arbeitgeber. Darüber hinaus sollte der Arbeitnehmer vor Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages darauf achten, dass alle Vertragsklauseln in Bezug auf Gehalt und mögliche Sonderzahlungen nachvollziehbar geregelt sind. Arbeitgeber neigen in der Praxis dazu, dass mögliche Sonderzahlungen an das Erreichen bestimmter Zielvereinbarungen geknüpft werden. Sind diese Zielvereinbarungen schwammig und nicht ausreichend transparent formuliert, hat der Arbeitnehmer in einem möglichen Konfliktfall weniger Chancen die Auszahlung von Sonderzahlung zu erwirken. Ebenfalls sollten Arbeitnehmer darauf achten welche Kündigungsfristen vertraglich festgeschrieben sind. Möglicherweise lohnt es sich auch über die Kündigungsfristen zu verhandeln.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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