Arbeitsrecht

Traditionsunternehmen Stollwerk verlässt Köln – 130 Mitarbeiter von Änderungskündigung betroffen

Der Schokoladenhersteller Stollwerk zieht zum Ende des Jahres nach Norderstedt in Schleswig Holstein. Ein Unternehmenssprecher begründete diese Entscheidung wie folgt: „Das starke Wettbewerbsumfeld, die aktuelle Kostensituation, insbesondere bedingt durch die dramatisch gestiegenen Rohstoffkosten, sowie eine bereits bestehende Büroinfrastruktur in Norderstedt sind die Hauptgründe für die Verlagerung“.

Änderungskündigung aus betriebsbedingten Gründen

Das Unternehmen möchte gerne die 130 Mitarbeiter in Köln dazu bewegen der Firma zu folgen und sprach betriebsbedingte Änderungskündigungen aus. Wir erklären, wie Mitarbeiten in solchen Fällen am besten reagieren.

Eine Änderungskündigung ist eine Kündigung des bisherigen Arbeitsverhältnisses mit dem gleichzeitigen Angebot das Arbeitsverhältnis zu neuen Bedingungen fortzusetzen. Konkret heißt dies, dass wenn der Arbeitnehmer nicht mit den Änderungen einverstanden ist, eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses besteht.

Kündigungsschutzklage

Gegen diese Änderungskündigung können sich Arbeitnehmer, die einen allgemeinen Kündigungsschutz genießen (Mehr als 6 Monate im Betrieb u. Betrieb mit mehr als 11 Mitarbeitern) wehren.

Entweder sie lehnen das Änderungsangebot explizit ab und erheben Kündigungsschutzklage -> in diesem Fall riskieren die Arbeitnehmer jedoch den Verlust des Arbeitsplatzes, falls das Gericht zu dem Ergebnis kommt, dass die Kündigung rechtmäßig war

Oder sie nehmen das Änderungsangebot an unter dem Vorbehalt des §2 Kündigungsschutzgesetz. Das heißt, dass der Arbeitnehmer dieses Angebot unter dem Vorbehalt annimmt, dass die Änderung der Arbeitsbedingungen nicht sozial ungerechtfertigt ist -> in diesem Fall sichert der Arbeitnehmer zumindest den Fortbestand seines Arbeitsverhältnisses.

Vorteil: Chance auf Abfindung

Der Vorteil einer Kündigungsschutzklage ist, dass Arbeitnehmer zumindest in der Güteverhandlung auf eine vernünftige Abfindung hoffen können. Auf diese Weise kann das Arbeitsverhältnis auch im Falle einer nicht gewollten Änderung durch den Arbeitnehmer beendet werden, mit dem Vorteil eines geldwerten Ausgleichs.

Gerne beraten wir Sie individuell und erörtern mit Ihnen, welche Schritte in Ihrem Fall am sinnvollsten sind. (JEB)

Nicola Simon ist Fachanwältin für Arbeitsrecht. Sie hat sich sowohl auf die Beratung der Arbeitnehmer, als auch der Arbeitgeber und Betriebsräte spezialisiert. Seit 2008 ist sie Referentin beim Medien- und Gründerzentrum.

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